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Grundlagen ComputernetzeProf. Jürgen Plate |
telnet lx-lbs.e-technik.fh-muenchen.de smtp Trying 129.187.106.196... Connected to lx-lbs.e-technik.fh-muenchen.de. Escape character is '^]'. 220 lx-lbs.e-technik.fh-muenchen.de Smail3.1.28.1 #1 ready at Sun, 25 Feb 96 23:15 MET helo www.fitug.de 250 lx-lbs.e-technik.fh-muenchen.de Hello www.fitug.de mail from: paulsen@fitug.de 250... Sender Okay rcpt to: holm@lx-lbs.e-technik.fh-muenchen.de 250 ... Recipient Okay data 354 Enter mail, end with "." on a line by itself Hallo Holm, zu Deiner Frage bezeglich der Reinigung von Morgensternen wollte ich Dir nur den Tip geben, dazu reine Kernseife zu verwenden. Damit ist die Drecksarbeit im Handumdrehen erledigt. Beste Gruesse, Paulsen . 250 Mail accepted quit 221 lx-lbs.e-technik.fh-muenchen.de closing connection Connection closed by foreign host.
Beim Verbindungsaufbau meldet sich der lokale MTA mit einer "Begrüßungszeile". Der lokale empfangende MTA wird mit "HELO" angesprochen und als sendender MTA der des Systems www.fitug.de angegeben. Der lokale MTA antwortet mit einem Zahlencode, der dem Sender-MTA signalisiert, daß seine geforderte Aktion in Ordnung geht. Die Klarschrift nach dem Zahlencode dient nur der besseren Lesbarkeit für den Menschen (z. B. für den, der Fehler suchen muß). Auf "MAIL FROM:" folgt die Adresse des Absenders, und auf "RCPT TO:" die des Empfängers. Auf das Schlüsselwort "DATA" folgt schließlich der ganze Brief, also sowohl die Kopfzeilen, als auch der Text. Der Empfänger-MTA wird solange Text erwarten, bis ihm der Sender-MTA über eine Zeile, die nur einen Punkt enthält, signalisiert, daß der Brief zu Ende ist. Nach der letzten Bestätigung des Empfänger-MTAs könnte der Sender den nächsten Brief übermitteln, wiederum beginnend mit "MAIL FROM:". Nach dem Empfang des Briefes kopiert der lokale MTA den Brief in die Postfach-Datei des Empfängers.
Der RFC 821 legte noch einige weitere Schlüsselworte fest, z. B. "EXPN" für expand, welches eine Unterstützung von Mailing-Listen erlaubt, oder "VRFY" für verify, mittels dessen eine Bestätigung der Empfänger-Adresse gefordert werden kann. Eine ganze Reihe von RFCs haben den Standard für SMTP erweitert. Die erweiterte Version heißt nun offiziell ESMTP (für Extended SMTP). Hinzugekommen sind beispielsweise Schlüsselworte für die Unterstützung von 8bit-Briefen (z. B. solche mit Umlauten), und die Möglichkeit eine maximale Größe für Briefe, die empfangen werden, festzulegen.
Das grundlegende Format des Namensraums heißt SMI (Structure of Management Information) und ist in RFCI155 beschrieben.
Das SMI spezifiziert eine Hierarchie, die einem Dateisystem sehr ähnlich ist. Hier wird jedoch ein Punkt als Trennzeichen verwendet und jeder Knoten erhält statt eines Namens eine Nummer. Konventionsgemäß erhalten die Knoten für den einfacheren Zugriff auch Namen, aber das dient eigentlich nur der Bequemlichkeit und ist keine Eigenschaft der Hierarchie.
Der Pfad zu einem Knoten heißt OID (Object Identifier). Die grundlegenden Datentypen für einen SMI-Knoten können Integer, Strings und Null beinhalten. Sie können in Folgen grundlegender Typen kombiniert werden, und eine Folge kann wiederholt aus einer Tabelle instantiiert werden.
Die Wurzel einer SMI-Hierarchie teilt sich auf in einen Unterbaum, der vom CCITT verwaltet wird, einem Unterbaum, der von der ISO verwaltet wird, und einem Unterbaum, der zusammen von ISO und CCITT verwaltet wird. Diese Bäume haben die Nummern 0, 1 und 2 mit den logischen Namen 'ccitt', 'iso' und 'joint-iso-ccitt'.
Die grundlegende SNMP MIB für TCP/IP (MIB-I) wurde in RFC1066 spezifiziert und beschreibt den Zugriff auf grundlegende Verwaltungsdaten: Informationen über das System, seine Schnittstellen, Adreßumformung und Protokolloperationen (IP, ICMP, TCP, UDP und EGP). Später wurde eine vollständigere Überarbeitung dieser MIB bereitgestellt, MIB-II, die in RFC1213 definiert ist. Die meisten Hersteller, die einen SNMP-Server anbieten, unterstützen auch MIB-II. Beispiele für Konten aus dem MIB-II-Namensraum finden Sie in der folgenden Tabelle aufgelistet.
Neben den grundlegenden MIBS gibt es MIBS für spezielle Hardware-Schnittstellen
und Protokolle. Es gibt MIBS für einzelne Hersteller und für bestimmte
HardwareProdukte. RFCI155 spezifiziert die Regeln und Prozeduren für
die Installation einer neuen MIB in der Hierarchie.
Eine MIB ist nur eine Konvention für die Namensgebung von Verwaltungsdaten.
Entsprechender Backup-Code muß Zugriff auf diese Daten bereitstellen,
wenn er sinnvoll sein soll. Code für die grundlegenden MIBS ist in
den meisten SNMP-Servern enthalten. Einige davon können für die
Aufnahme weiterer MIBS ergänzt werden, andere dagegen nicht.
| OID | Typ | Inhalt | system.sysDescr | text | Systeminformation: Hersteller, Modell, Betriebssystemtyp usw. | system.sysLocation | text | Physische Position der Tabelle | system.syscontact | text | Kontaktinformation für den Eigentümer der Maschine | system.sysName | text | Systemname; in der Regel der vollständige DNS-Name | interfaces.ifNumber | int | Anzahl der vorhandenen Netzwerkschnittstellen | interfaces.ifTable | table | Tabelle der Info-Bits jeder Schnittstelle | ip.ipforwarding | int | 1, falls es sich bei dem System um einen Verbindungsrechner handelt, andernfalls 2 | ip.ipAddrTable | table | Tabelle der IP-Adressierungsdaten (Masken usw.) | ip.ipRouteTable | table | Die Routing-Tabelle des Systems | icmp.icmpInRedirects | int | Anzahl der empfangenen ICMP-Umleitungen | icmp.icmpInEchos | int | Anzahl der empfangenen pings | tcp.tcpConnTable | table | Tabelle der aktuellen TCP-Verbindungen | udp.udpTable | table | Tabelle der UDP-Sockets und der entsprechenden Server |
|---|
Ein Trap ist eine nicht angeforderte Benachrichtigung vom Server zum Client,
die über das Auftreten eines interessanten Ereignisses oder einer Bedingung
informiert.
Es gibt mehrere Standard-Traps, unter anderem die Benachrichtigung 'Ich
wurde soeben hochgefahren', Traps, die Fehler oder Wiederbelebungen von
Netzwerkverbindungen anzeigen, sowie für verschiedene Routing- und
Authentifizierungsprobleme. Viele andere Traps, die keinem Standard entsprechen,
sind ebenfalls weit verbreitet, unter anderem zur Beobachtung bestimmter
SNMP-Variablenwerte und zum Auslösen einer Nachricht, wenn ein bestimmter
Wertebereich überschritten wird. Der Mechanismus zur Spezifikation
der Ziele von Trap-Nachrichten hängt von der Server-Implementierung
ab.
Weil SNMP-Nachrichten möglicherweise Konfigurationsinformationen modifizieren,
benötigt man einen Sicherheitsmechanismus. Leider beinhaltet Version
1 des SNMP-Standards nur eine minimale Sicherheitsumgebung. Das Konzept
einer SNMP-'Gemeinde' ist definiert. Dabei handelt es sich im wesentlichen um
eine Rolle, die ein Client beim Lesen oder Schreiben von Daten annimmt.
Der Gemeinde-Name ist also mehr oder weniger ein Paßwort.
Mitte 1993 wurde in den RFCS 1441 bis 1452 Version 2 des SNMP-Standards
eingeführt. Unter anderem gibt es dort ein spezifischeres Sicherheitsmodell
und Tabellen können als Ganzes gelesen werden. Darüber hinaus
werden neue Versionen des SMI und grundlegender MIBS bereitgestellt. Verwechseln
Sie das SNMP-Protokoll Version 2 nicht mit MIB-II.
RFC Datum Titel (übersetzt, gekürzt)
1155 5/90 SMI für TCP/IP-basierte Internets
l157 5/90 SNMP (Simple Network Management Protocol)
1212 3/91 Konkrete MIB-Definitionen
1213 3/91 MIB für die Verwaltung TCP/IP-basierter Internets: MIB-II
1351 7/92 SNMP, Administratives Modell
1352 7/92 SNMP-Sicherheitsprotokolle
1441 5/93 Einführung in Version 2 von SNMP
1442 5/93 SMI für Version 2 von SNMP
1443 5/93 Textuelle Konventionen für Version 2 von SNMP
1445 5/93 Administratives Modell für Version 2 von SNMP
1446 5/93 Sicherheitsprotokolle für Version 3 von SNMP
1450 5/93 MIB für Version 2 von SNMP
1452 5/93 Nebeneinander der Versionen 1 und 2 von of SNMP
1470 6/93 FYI für einen Katalog für Werkzeuge zur Netzwerkverwaltung
1503 8/93 Algorithmen für die Automatisierung der Administration in SNMP V2-Managern
1592 3/94 SNMP Schnittstelle für die verteilte Schnittstelle, Version
Darüber hinaus sind zahlreiche MIBS für spezielle Gerätetypen
und Protokolle in den RFCS gezeigt.
Es gibt kaum kostenlose SNMP-Clients. Einige einfache Utilities für
die Verwaltung einzelner Maschinen sind von CMU erhältlich. Leider
verkaufen die meisten Hersteller die SNMP-basierte Netzwerkverwaltungssoftware
als separates Produkt und haben somit nicht vor, Ihnen kostenlos etwas zur
Verfügung zu stellen.
Heutige Informationssysteme benötigen weit mehr Funktionen als das einfache Senden und Empfangen von Nachrichten. Die Entwicklung von HTTP/1.0 ist nicht abgeschlossen. Es bietet die Möglichkeit, weitere Funktionalität zu entwickeln. Die Adressierung von Ressourcen erfolgt dabei mittels URls, die zum einen Orte (URL) oder Bezeichner (URN) sein können. Diese zeigen gleichzeitig den gewünschten Übertragungsmechanismus an. Nachrichten werden in der gleichen Form übertragen, wie sie auch bei normalem Mail-Transport verwandt werden. Dabei kommt oft MIME zum Einsatz. HTTP/1.0 ist auch für den Zugriff auf Server mit anderen Protokollen geeignet. So ist es WWW-Clients möglich, mit Servern und Gateways per SMTP, NNTP, FTP, Gopher und WAIS zu kommunizieren.

Direkt nach Beantwortung der Frage wird die Verbindung wieder abgebaut. So soll erreicht werden, daß die Leitungskapazitäten geschont werden. Derzeit finden HTTP-Verbindungen meist per TCP/IP statt. Das soll aber nicht heißen, daß HTTP nicht auch auf anderen Netzwerkprotokollen aufsetzen kann. Beide Seiten müssen auch dazu in der Lage sein, auf den vorzeitigen Abbruch der Kommunikation durch die andere Seite zu reagieren. Vorzeitiger Abbruch kann durch Aktionen von Benutzern, Programmfehler oder Überschreiten der Antwortzeiten ausgelöst werden. Durch den Abbruch der Verbindung durch eine der beiden Seiten wird der gesamte Vorgang abgebrochen.
GET http://www.fitug.de/index.html
Dabei wird nur die Methode (GET) und die URL des Dokumentes angegeben. Es werden keine weiteren Felder erwartet und vom adressierten Server wird auch nur ein ganz einfacher Antwortkopf zurückgesendet. Es kann aber auch eine komplexere Anfrage erzeugt werden. Dabei muß die Zeile aus dem obigen Beispiel noch die Version des HTT-Protokolls angehängt werden. In einem Beispiel würde das folgendermaßen aussehen:
GET http://www.fitug.de/index.html HTTP/1.0
Die Anfügung der HTTP-Version ist also der ganze Unterschied zwischen einer einfachen und einer komplexen HTTP-Anfrage. Der Unterschied zwischen einfacher und komplexer Anfrage wird aus Gründen der Kompatibilität gemacht. Ein Browser, der noch das alte HTTP/0.9 implementiert hat, wird nur eine einfache Anfrage losschicken können. Ein neuer Server muß dann eine Antwort, auch im Format des HTTP/0.9 zurücksenden.
GET http://www.fitug.de/index.html
telnet www.fitug.de 80 Trying 129.187.206.221... Connected to fitug.fitug.de. Escape character is '^]'. GET index.html HTTP/1.0 Accept: text/html HTTP/1.0 403 Forbidden - by rule MIME-Version: 1.0 Server: CERN/3.0 Date: Wednesday, 08-Oct-97 08:32:47 GMT Content-Type: text/html Content-Length: 193 <HTML> <HEAD> <TITLE>Error</TITLE> </HEAD> <BODY> <H1>Error 403</H1> Forbidden - by rule <P><HR><ADDRESS><A HREF="http://info.cern.ch/httpd_3.0/">CERN httpd 3.0</A></ADDRESS> </BODY> </HTML> Connection closed by foreign host.
Während das Datex-Netz bis zur Schicht 3 hinauf definiert ist, umfaßt der Standard von Frame-Relay nur noch die Schichten 1 und 2. Die Eigenschaften in Stichpunkten:
Im Kontrollfeld (Header) werden auch keine expliziten Quell- und Zieladressen
angegeben, sondern ein virtueller Pfad und ein virtueller Kanal.
Ein virtueller Pfad (virtual path, VP) ist eine für kurze Zeit geschaltete
Verbindung, die während ihrer Existenz so aussieht wie eine richtige
Festverbindung (Standleitung).
Dieser geschaltete Weg durch das Netz wird als virtuell bezeichnet, weil
er nicht permanent fest geschaltet ist, sondern nur für die kurze Zeit der
Datenübertragung.
Zur Kennzeichnung wird ihr ein VPI (virtual path identifier)
als Bezeichnung zugeordnet. Ein virtueller Kanal (virtual channel, VC) ist
ein Übertragungskanal, der genau wie der virtuelle Pfad nur während der
Datenübertragung existiert. Zur Kennzeichnung wird ihm ein VCI
(virtual channel identifier) als Bezeichnung zugeordnet.
Ein virtueller Pfad besteht aus mehreren virtuellen Kanälen, komplexe Anwendungen
können mehrere virtuelle Kanäle gleichzeitig belegen. Die klassischen
Standleitungen enthalten ebenfalls mehrere Übertragungskanäle, doch können
die virtuellen Kanäle bei ATM die virtuellen Pfade (Leitungen) wechseln.
Wenn beispielsweise zwei virtuelle Kanäle auf Pfad 1 ankommen, kann Kanal
1 durchaus auf Pfad 2 und Kanal 2 auf Pfad 1 zum selben Zielnetz geschaltet
werden.
Bei der Wegewahl wird eine einfache Art des Routings verwendet, um die Datenpakete durch das Netz zu senden. Der Weg, den das Datenpaket durch das ATM-Netz zurücklegt, besteht dabei aus drei Hauptabschnitten:
ATM kann Datenströme unterschiedlicher Bitraten flexibel übertragen und vermitteln. Die Übertragungsrate ist skalierbar, d. h. Übertragungsbandbreite wird flexibel bereitgestellt. Jedem Endgerät kann statisch (also vorab) oder dynamisch (also bei konkretem Bedarf) Bandbreite zugewiesen werden, die Netzleistung wächst also mit. Durch die transparente Übertragung in den Zellen werden bei den Netzübergängen keine Gateways benötigt, um von LAN- auf WAN-Protokolle umzusetzen. ATM ist gleichermaßen für LANs, schnelle Backbones und WANs geeignet.
ATM ist verbindungsorientiert und baut immer eine Punkt-zu-Punkt-Verbindung auf. Für eine Übertragung muß also immer eine Verbindung zwischen zwei Stationen geschaltet werden (ATM basiert auf der Vermittlungstechnik). Klassische LANS sind verbindungslos, jede Station ist zu jeder Zeit mit allen anderen Stationen fest verbunden, alle teilen sich dasselbe Übertragungsmedium. ATM als LAN (lokales ATM, L-ATM) benötigt eine LAN-Emulation. So entsteht ein virtuelles Netz, bei dem das ATM-Netz mehreren TeiInehmern (Geräte/Software) ein nichtexistierendes LAN vorspiegeln muß. Dabei sind verschiedene Ansätze allerdings noch in Diskussion. Diese LAN-Emulationen arbeiten alle auf Schicht 2 des ISO-Schichtenmodells, dadurch eignen sie sich für routebare und nicht routebare Protokolle gleichermaßen. Aufgrund der Punkt-zu-Punkt-Orientierung gibt es auch Schwierigkeiten bei Broadcasts. Abhilfe könnte hier dadurch geschaffen werden, daß Switches die Broadcasts kopieren und an angeschlossene Endgeräte leiten.

Für die Vermittlungstechnik sind zwei Listen nötig:
| Name | Switch | Port |
|---|---|---|
| Dagobert | B | 3 |
| Daisy | A | 2 |
| Donald | A | 1 |
| Gustav | C | 4 |
| A | B | C | D | E | F | |
|---|---|---|---|---|---|---|
| A | * | D | D | I | D | D |
| B | E | * | E | E | III | E |
| C | D | D | * | IV | D | V |
| D | I | E | IV | * | II | VI |
| E | D | III | D | II | * | D |
| F | D | D | V | IV | D | * |
Fall 1: Donald will Verbindung zu Dagobert
Donald findet im Verzeichnis: Dagobert B 3. Der Verbindungsaufbau geht folgendermaßen vonstatten:

Fall 2: Nun kommt Gustav auf die Idee, mit Donald Verbindung aufzunehmen.
Bei ATM können die Endgeräte mehrerer Kanäle nutzen und mehrere Verbindungen haben. Gustav findet im Verzeichnis: Donald A 1. Verbindungsaufbau:

Übungen:
GPRS steht für "General Packet Radio Services" und hat die paketvermittelte Datenübertragung über die GSM-Luftschnittstelle zum Inhalt. GPRS unterstützt beinahe alle Datenübertragungsprotokolle, inklusive X.25 und IP. Damit kann der Benutzer mit jeder Datenquelle, wie z. B. dem Internet oder dem Intranet seines Unternehmens, verbunden sein. Der Benutzer zahlt bei GPRS das übertragene Datenvolumen und kann mit der Datenquelle ständig verbunden sein! E-Mails erreichen somit sofort seinen Empfänger und nicht erst nach Einwahl und Abfrage des Kontos beim ISP. Weiterhin sind bei GPRS höhere Datenübertragungsraten als bei "normalem" GSM möglich.
Bei einem GSM-Telefonat wird die Sprache in digitaler Form in Zeitschlitzen im System des Netzbetreibers übertragen. Hierbei teilen sich bis zu 7 Teilnehmer eine Sende-/Empfangsfrequenz. Ein weiterer Zeitschlitz wird zusätzlich für die Signallisierung benötigt. Die Wiederholrate dieser Zeitschlitze ist so hoch, das wir beim Telefonieren gar nicht merken, das die Sprache nicht kontinuierlich übertragen wird. Bei einer herkömmlichen Datenübertragung über das Handy wird also eine Leitung permanent für die Dauer der Verbindung aufrecht erhalten. Dies ist auch dann der Fall, wenn auf seiten des Anwenders gar keine Daten übertragen werden sollen, da er mit der Aufnahme von Informationen beschäftigt ist. Das ist für beide Seiten nachteilig: Der Netzbetreiber kann sein Netz nicht effizient ausnutzen, der Anwender muß ein teures Verbindungsentgelt bezahlen, obwohl er effektiv seine Verbindung nur einige wenige Minuten genutzt hat. Anders die Datenübertragung in lokalen Netzwerken (LAN) oder dem Internet. Diese Medien sind paketorientiert, das heißt die zu übertragenen Daten werden in kleine Pakete unterteilt und auf die Reise geschickt. Ist die Übertragung abgeschlossen, steht das Netz wieder für andere Anfragen zur Verfügung. Netzwerkkapazität wird also nur dann in Anspruch genommen, wenn sie benötigt wird, ist aber sofort wieder freigegeben, wenn keine Daten mehr übertragen werden müssen. GPRS basiert genau auf dieser paketvermittelten Technologie.
Bei paketvermittelten Diensten kann generell zwischen verbindungsorientierten und verbindungslosen Diensten unterschieden werden. Bei verbindungslosen Diensten (Datagrammdiensten) wird in jedem Paket die vollständige Adresse des Empfängers und Absenders abgelegt und unabhängig von den anderen Paketen durch das Netz geschleust. Pakete zwischen zwei Kommunikationspartnern im Netz gehen möglicherweise unterschiedliche Wege und können sich sogar überholen. Bei verbindungsorientierten Diensten ist der Übertragungsweg für die Dauer der logischen Verbindung fest vorgegeben. Verbindungsorientierung hat den Nachteil, daß für den Auf- und Abbau einer logischen Verbindung ein gewisser Verwaltungsaufwand entsteht und die Verbindung Ressourcen in den Vermittlungsstellen belegt. Sie bietet allerdings den Vorteil, daß die Reihenfolge der übertragenen Pakete gesichert ist und dem Anwender die Möglichkeit geboten wird, die Dienstqualität (quality of service, QOS) beim Verbindungsaufbau zu bestimmen. Die zur Verfügung stehende Übertragungskapazität wird bei GPRS von allen Teilnehmern in einer Funkzelle geteilt, d. h. ein Teilnehmer belegt die Funkstrecke nur, wenn wirklich Pakete übertragen werden. Es existieren Protokolle, die den fairen Zugriff auf die Funkstrecke gewährleisten. Desweiteren unterstützt GPRS den Übergang in öffentliche Paketnetze. Durch die Paketvermittlung kann einiger Overhead vermieden werden, wie er bei Leitungsvermittlung entsteht.So ergibt sich eine höhere Nettobitrate pro Zeitschlitz von 14 Kbit/s. Bei der maximalen Nutzung von acht Zeitschlitzen ergibt sich somit eine maximal erreichbare Nettobitrate von 110 Kbit/s. In GSM-Phase 2+ ist für GPRS eine Datenübertragungsrate bis knapp unter 100 Kbit/s vorgesehen.
GPRS unterstützt die Übertragung von Daten zwischen einem Sender und einem oder mehreren Empfängern. Sender bzw. Empfänger können mobile Geräte oder einfache Datenendeinrichtungen sein. Die Datenendeinrichtung ist entweder direkt an das GPRS-Netz oder an externe Datennetze angeschlossen, während mobile Geräte über die Basisstation an das GPRS-Netz angeschlossen sind. Die Realisierung von GPRS erfordert größere Änderungen in der Netzarchitektur von GSM, um die von GPRS unterstützte Paketvermittlung zu ermöglichen. Die wichtigste Änderung ergibt sich aus der Einführung der GPRS Support Nodes (GSN), die die Paketvermittlung übernehmen und als Gateway zu den Paketnetzen dienen. Die GSN sinf auch für das Mobilitätsmanagement (Roaming) der Teilnehmer verantwortlich. Hieraus ergeben sich die zwei Hauptfunktionen des GSN: die Gateway- und die Roamingfunktion. Für die Erfüllung dieser Funktionen sind zwei unterschiedliche Subsysteme vorgesehen. Die Gatewayfunktion wird vom Gateway GPRS Support Node (GGSN) wahrgenommen, während der Serving GPRS Support Node (SGSN) für das Roaming zuständig ist. Durch die Zuordnung einer temporären, dynamischen Adresse zur Mobilstation wird es dem SGSN möglich, beim Roaming eine Identifizierung der Mobilstation vorzunehmen. Aus der Sicht des Teilnehmers erfolgt die Adressierung wie gewohnt über seine IP-Adresse.
Um das reibungslose Nebeneinander von durchschaltevermittelten Kanälen (GSM) und paketvermittelten Kanälen im selben Netz gewährleisten zu können, muß auf der Luftschnittstelle eine dynamische Ressourcenverwaltung vorgenommen werden. Hierbei wird den durchgeschalteten Kanälen eine höhere Priorität zugeordnet, indem in der Aufbauphase einer GSM-Verbindung der betroffene Kanal für GPRS-Pakete gesperrt wird. Innerhalb eines Trägers können die verfügbaren Zeitschlitze nebeneinander von GSM und GPRS genutzt werden. Zu einem bestimmten Zeitpunkt kann so ein Teil der Zeitschlitze durch GSM genutzt werden, während ein anderer Teil der Zeitschlitze von GPRS-Diensten belegt ist.
Bei den von GPRS unterstützten Diensten wird unterschieden zwischen Point-to-Point-Diensten (PTP) und Point-to-Multipoint-Diensten (PTM):
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