Das kleine Hacker-Lexikon - 72 - MACROTAPE (mak'roh-tayp) Substantiv. Magnetbandspule, Industriestandard, mit ungef„hr zehn Inch Durchmesser 39. Gegenstck: MICROTAPE. MAGIC Adjektiv. 1. Bislang ohne Erkl„rung oder zu kompliziert fr eine Er- kl„rung. (Arthur C. Clarke hat einmal gesagt, daá jede etwas weiter fortgeschrittene Technologie von Magie nicht zu unterscheiden ist). Beispiel: "The precise form in which CHARACTERS are printed to the terminal is controlled by a number of magic BITS". 2. Eigenschaft einer Sache, die funktioniert, obwohl niemand wirklich weiá, warum. 3. Eigenschaft einer - nicht allgemein bekannt gemachten - Programmoption, die etwas normalerweise Unm”gliches ge- stattet - oder eine derartige Option, die man nachtr„glich enthllt hat. Beispiel: Die Stanford Tastaturbefehle, die bestimmte Datenschutz-Funktionen auáer Kraft setzen. Vergleiche AUTOMAGICALLY. (1) Als Barbara Steele schwanger war, veranlaáte ihr Arzt die Anfertigung eines Sonogramms. Man wollte feststellen, ob sie Zwillinge bekam. Barbara und ich, wir hatten beide Informatik am MIT studiert, und wir sahen, daá man bei der Erstellung des Sonogramms nicht ohne einen komplexen Bildverarbeitungsprozeá auskam, der mit Hilfe eines Computers bew„ltigt wurde. Nun fragten wir den Arzt, wie das funktionierte. Wir h„tten natrlich gern ein paar Einzelheiten ber die mathematische Konstruktion des Programms erfahren. Und was war die Antwort des Doktors? 'Die Sonde emittiert Schallwellen, die von den inneren Organen reflektiert werden. Die reflektierten Wellen werden, „hnlich wie beim Radar, von einem Mikrophon aufgefan- gen, das diese Signale an einen Computer weiterschickt - und der Computer produziert dann ein Bild.' Aha, aha! Na sch”n! Ein Hacker h„tte das an seiner Stelle vermutlich so formu- liert: "... and the computer magically makes a picture", was natrlich das Eingest„ndnis ist, daá er hier schlicht ber einen „uáerst komplizierten Prozess hinweghudeln will. (2) Vor ein paar Jahren schnffelte ich ein biáchen im MIT KI- Labor 40 herum, und zwar schaute ich mir die Schrankk„sten fr den PDP-10 n„her an. Dabei fiel mir ein kleiner Schalter auf, den jemand an der Auáenwand eines Schrankkastens angebracht hatte. Es war ganz offensichtlich die Do-it-yourself Bastelei eines Hardware Hackers aus dem Labor. Bis heute weiá man nicht, von wem eigentlich. ____________________ 39 ca. 25 cm (1 inch = 2,54 cm) 40 KI = Knstliche Intelligenz (Im Original "AI" fr "Artificial Intelligence") Das kleine Hacker-Lexikon - 73 - Nun fummelt man an Computerschaltern, deren Bedeutung und Wirkung man nicht kennt, nicht so ohne weiteres herum. Das Resultat k”nnte immerhin ein CRASH sein. Der Schalter war in diesem Fall wenig hilfreich beschriftet. Anstelle von "Ein" und "Aus" oder Žhnlichem hatte man direkt auf den Schalter die Worte "magic" und "more magic" gekritzelt. Im Augenblick befand er sich in der "more magic" Stellung. Ich bat einen zuf„llig anwesenden Hackerfreund, sich das einmal anzusehen. Auch er hatte den Schalter zuvor noch nie bemerkt. Bei n„herer Untersuchung stellte sich dann heraus, daá nur ein einziger Draht zu dem Schalter fhrte! Das andere Ende des Drahts verschwand irgendwo im Drahtgewirr drinnen im Computer. Aber, es ist ein unbestrittenes Prinzip der Elek- trizit„tslehre, daá ein Schalter funktionslos ist, sofern nicht (wenigstens) zwei Dr„hte mit ihm verbunden sind. Doch hier existierte kein zweiter Draht! Es war uns klar, daá sich hier jemand einen ziemlich bl”den Scherz erlaubt hatte. Wir waren uns theoretisch vollkommen sicher, daá dieser Schalter 'fr die Katz' war, und bet„tigten ihn deshalb ungeniert. Der Computer baute noch im gleichen Augenblick einen Crash! Zuerst waren wir baff, so was von baff. Dann wischten wir die Sache mit der Erkl„rung 'purer Zufall' weg, vergaáen aber keinesfalls, den Schalter in seine ursprngliche Stellung, die "more magic" Stellung zurckzubewegen, ehe wir Wiederbe- lebungsversuche mit dem Computer starteten. Sp„ter - nach einem Jahr - erz„hlte ich diese Geschichte David Moon, wenn ich mich recht erinnere. (Siehe unter MOON). Es war klar, er zweifelte an meiner Zurechnungsf„higkeit oder hatte den Verdacht, daá ich an bernatrliche Kr„fte im Zu- sammenhang mit diesem Schalter glaubte; zumindest muáte er annehmen, daá ich ihn mit einer frei erfundenen BOGUS SAGA auf den Arm nehmen wollte. Um ihn zu berzeugen, zeigte ich ihm den Schalter, der unver„ndert an derselben Stelle befestigt war, installiert mit nur einem einzigen Draht, und immer noch in der "more magic" Stellung. Wir nahmen den Schalter und sein alleiniges Verbindungsstck peinlichst genau unter die Lupe und stellten fest, daá der Draht, obwohl er Kontakt mit den anderen Dr„hten im Computer hatte, letztlich an einem Boden- Stift festgemacht war. Das machte den Schalter in zweifacher Hinsicht berflssig: Er war nicht nur elektrotechnisch funktionslos, auáerdem war er mit einer Stelle verbunden, die in keinem Fall irgend etwas beeinflussen konnte. Kurz und gut, wir bet„tigten den Schalter. ----------------------------------------------------------------- Copyright (C) der šbersetzung von "The Hacker's Dictionary" (PD): Gerd BANCK, Orffstr. 18, 8500 Nrnberg 70, BRD; August 1990 Das kleine Hacker-Lexikon - 74 - ... Prompt strzte der Computer wieder ab. Diesmal baten wir sofort Richard Greenblatt, einen erfahre- nen Alt-Hacker vom MIT, um Hilfe. Auch ihm war dieser Schalter v”llig neu. Er untersuchte ihn, kam zu dem Ergebnis, daá er funktionslos sei, holte sich ein paar Spezialwerkzeuge 41 und entfernte ihn mitsamt seinem Anh„ngsel. Wir brachten den Computer wieder zum Laufen. Seitdem hat es nie wieder Probleme mit diesem Computer gegeben. Immer noch unklar ist aber, wie dieser Schalter den Computer zum Abstrzen bringen konnte. Eine Hypothese lautet, daá ein Stromkreis in unmittelbarer Nachbarschaft zu dem Boden-Stift instabil 42 war; das Bet„tigen des Schalters ver„nderte daher die elektrische Kapazitanz so weit, daá der Stromkreis zusammenbrach, als ihn Impulse mit einer Millionstel-Sekunden- Dauer durchliefen. Aber bewiesen ist das auch nicht. Mit Sicherheit k”nnen wir nur sagen: Der Schalter war 'magisch'. Ich habe ihn immer noch in meinem Keller. Vielleicht bin ich ein Spinner, aber ich sorge dafr, daá der Schalter in der "more magic" Stellung bleibt. MARGINAL Adjektiv. 1. Minimal, geringfgig. "A marginal increase in memory can decrease GC time drastically". (Auf gut deutsch: Es ist bedeutend einfacher, einen Schreibtisch aufzur„umen, wenn man einen Ablageplatz zum Aussondern von Germpel hat.) Vergleiche EPSILON. 2. Von „uáerst geringem Wert oder Nutzen. "This proposed new FEATURE seems rather marginal to me". 3. Von „uáerst geringer Wahrscheinlichkeit, erfolgreich zu sein; nahe dran, daneben zu gehen. "The power supply was rather marginal anyway; no wonder it FRIED". MARGINAL HACKS Substantiv. Verballhornt fr "Margaret Jacks Hall". Geb„ude der Stan- ford Universit„t, das vor kurzem der Informatik-Fakult„t zugewiesen wurde. MARGINALLY Adverb. Ein kleines biáchen, geringfgig, etwas. "The RAVS (ra- violis) here are only marginally better than at Small Eating Place". ____________________ 41 Im Original "diagonal cutters" = "dikes" (siehe unter DIKE) 42 Im Original "MARGINAL" ----------------------------------------------------------------- Copyright (C) der šbersetzung von "The Hacker's Dictionary" (PD): Gerd BANCK, Orffstr. 18, 8500 Nrnberg 70, BRD; August 1990 Das kleine Hacker-Lexikon - 75 - MESH Substantiv. Das Zeichen "#" (Zeichen fr 'Nr.') Synonyme: CRUNCH, SPLAT. Siehe CHARACTERS. MICROTAPE (miek'roh-tayp) Substantiv. Ein DECtape, das Gegenstck zu einem MACROTAPE. Bei einem DECtape handelt es sich um eine kleine Magnetbandspule von etwa vier Inch Durchmesser 43 und einem Inch Breite. Anders als die Standard-Magnetb„nder gestatten die Mikro- b„nder den Direktzugriff 44 auf die Daten. Damals, als sie im Schwange waren, verwandte man sie ziemlich genauso wie heute die Disketten: als handliches Medium, mit dem sich Daten und Programme bequem speichern und transportieren lassen. Die Bezeichnung "microtape" war offensichtlich lange Zeit der offizielle DEC-Ausdruck fr diese Sorte Magnetb„nder, bis jemand in der Firma das Wort "DECtape" erfand 45, das natrlich - werbem„áig - viel mehr Durchschlagskraft hat. MISFEATURE Substantiv. Eine Option, die irgendwann jemandem 'eine vor den Latz knallt'. Und warum? Wahrscheinlich, weil sie auf eine neue, gewandelte Situation nicht vorbereitet ist. Dabei handelt es sich nicht um einen BUG; die Behebung einer solchen miálichen Option verlangt vielmehr eine krasse Kehrtwende in der Gesamtkonzeption des Programms oder Programmkomplexes. Eine derartige 'Anti-Option' ist etwas ganz anderes als ein schlichter, aber unvorhergesehener Nebeneffekt. Mit "misfeature" soll vielmehr bezeichnet sein, daá das sorgf„ltig eingeplant war, daá aber nicht alle Umst„nde bzw. Folgen bercksichtigt wurden. H„ufig wird eine Option zu einer Anti-Option, weil der verant- wortliche Programmierer Kompromisse macht oder machen muá. Beispiel: "Well, yeah, it's kind of a misfeature that file names are limited to six characters 46. That decision was made N years ago to simplify the file access software and save space on the disk, and now we're stuck with it." ____________________ 43 ca 10 cm (1 inch = 2,54 cm) 44 Im Original "random access"; 'Direktzugriff' muá hier als das Gegenteil des sequentiellen Zugriffs verstanden werden, der bei den Makrob„ndern das šbliche ist. 45 Im Original "until someone CONSED UP the word 'DECtape'..." 46 Fr das Betriebssystem MS-DOS/PC-DOS máte es natrlich heiáen: "... that file names are limited to eight characters." Aber die Klage ber die l„stigen Beschr„nkungen bei der Vergabe der Dateinamen hat deswegen nichts an Aktualit„t und Berechtigung verloren. ----------------------------------------------------------------- Copyright (C) der šbersetzung von "The Hacker's Dictionary" (PD): Gerd BANCK, Orffstr. 18, 8500 Nrnberg 70, BRD; August 1990 Das kleine Hacker-Lexikon - 76 - MOBY (moh'bee) 1. Adjektiv. Riesig, unermeálich, komplex, eindrucksvoll. Beispiele: "A Saturn V rocket is a truly moby FROB". (Dieses Beispiel ist eine contradictio in adjecto - nor- malerweise sind 'frobs' nicht sehr groá.) "Some MIT un- dergrads pulled off a moby HACK at the Harvard-Yale game." 2. Substantiv. Der gesamte Adreábereich eines Computers, also der Speicherumfang, der einem gegebenen Computer zu- g„nglich ist. Beispiele: Fr eine PDP-10 besteht ein Moby aus 262144 36-Bit Worten; fr eine PDP-8 aus 4096 12-Bit Worten; fr eine 68000 oder eine VAX sind ein Moby 4294967296 8-Bit Bytes. Der Begriff ist deswegen so ntz- lich, weil er einen Vergleich von physikalischer Spei- cherkapazit„t und Adreábereich gestattet. Das spielt dann eine Rolle, wenn ein Computer "virtual memory mapping" hat; d. h. er ist m”glicherweise mit gr”áerer Speicherka- pazit„t ausgebaut als irgendein Programm direkt ansprechen kann. Man sagt dann vielleicht "This computer has six mobies", um auszudrcken, daá das Verh„ltnis von phy- sikalischem Speicher und Adreábereich sechs zu eins be- tr„gt, wobei man bequemerweise die wirkliche Speicherka- pazit„t des Computers nicht angeben muá. In letzterem Fall impliziert das wiederum, daá der Com- puter sechs 'ausgewachsene' Programme gleichzeitig ver- walten kann, ohne daá er die Programme zwischen Arbeits- speicher und Festplatte hin- und herschieben 47 muá. Hat ein Computer genau zwei Mobys, dann nennt man den mit den kleineren (physikalischen) Adressen den 'low moby', den anderen den 'high moby'. Beispiel: "Response times will be long today. The high moby just FRIED, so we're limping along with only half our memory". 3. Substantiv. 256K 36-Bit Worte - das ist die Gr”áe eines Mobys auf dem heimlichen Favoriten eines jeden Hacker, dem PDP-10. Das ist ziemlich nah dran an einem Megabyte (einer Million Bytes), weshalb die Begriffe 'Moby' und 'Megabyte' manchmal als Synonyme figurieren. 4. Adjektiv. Eine Art Ehrentitel (immer nur bei direkter An- rede), dient zur Respektsbezeugung, drckt Bewunderung und/oder groáe Sympathie gegenber einem f„higen Hacker aus. Beispiel: "So, moby Knight, how's the CONS machine doing?" (Tom Knight war einer der Konstrukteure der LISP Maschine am MIT. Den Prototypen nannte man "CONS".) 5. Adjektiv. Bezeichnung fr Wrfel-Doppelzahlen beim Back- gammon, z. B. "moby sixes", "moby threes", "moby ones", etc. (Die Verwendung von 'moby' fr doppelte Einser ist natrlich sarkastisch.) ____________________ 47 Im Original wird der Terminus 'swapping' verwendet. ----------------------------------------------------------------- Copyright (C) der šbersetzung von "The Hacker's Dictionary" (PD): Gerd BANCK, Orffstr. 18, 8500 Nrnberg 70, BRD; August 1990 Das kleine Hacker-Lexikon - 77 - MOBY FOO, MOBY LOSS, MOBY HACK, MOBY WIN. Standard-Kombinationen in emphatischer Redeweise, 'moby' fungiert hier als Adjektiv im Sinne von 1. MODE Substantiv. Ein allgemeiner Zustand; der Begriff wird meist zusammen mit einem Adjektiv oder einem weiteren Substantiv verwen- det, das den Zustand n„her erl„utert. Die Verwendung von 'mode' und nicht von 'STATE' impliziert, daá sich der Zu- stand ber eine gewisse Zeit ausdehnt, und meist auch, daá eine fr den Zustand charakteristische Aktivit„t zum Tragen kommt. Beispiele: "My editor is stuck in some weird mode where every CHARACTER I type appears twice on the screen". "The editor normally uses a display terminal, but if you're on a TTY it will switch to nondisplay mode". "No time to HACK; I'm in theses mode". "I'll be in vacation mode next week". Der Ausdruck bezeichnet normalerweise einen technischen Sachverhalt, n„mlich den Modus eines Programmes. Damit Leute zu beschreiben, wie in den letzten zwei Beispiel- s„tzen geschehen, ist zweifellos Slanggebrauch. Vergleiche DAY MODE, NIGHT MODE sowie YOYO MODE; dazu COM MODE, TALK MODE, und auáerdem GABRIEL MODE. MODULO (mahd'yoo-loh) Pr„position. Abgesehen von, bis auf. Der Ausdruck stammt aus der Ter- minologie der Mathematik. Man kann dort folgendes schrei- ben "4=22 mod 9", was bedeuten soll, daá 4 und 22 densel- ben Rest haben, wenn sie mit 9 dividiert werden (Ganz ex- akt ist diese Darstellung nicht, aber das ist in etwa der Kern der Sache) Man k”nnte auch sagen, daá die Zahl Vier der Zahl 22 entspricht, 'bis auf ein paar Neuner'. Z„hlt man n„mlich zwei Neuner zu Vier dazu, erh„lt man Zweiund- zwanzig. Beispiele: "Well, LISP seems to work okay now, modulo that GC BUG". "I feel fine today modulo a slight headache". MOON Substantiv. 1. Der Mond. Himmelsobjekt, dessen Phasen Hackern sehr viel bedeuten. Siehe PHASE OF THE MOON. 2. Der LogIn-Name von MIT Hacker David A. Moon. Da bekannt ist, daá er interessante System-Software konzipiert, drfte seine PHASE vielen anderen Hackern wichtig sein. ----------------------------------------------------------------- Copyright (C) der šbersetzung von "The Hacker's Dictionary" (PD): Gerd BANCK, Orffstr. 18, 8500 Nrnberg 70, BRD; August 1990 Das kleine Hacker-Lexikon - 77 a - MUMBLAGE (muhm'bl:j) Substantiv. Das, worber man nuschelnd und gemeinhin unverst„ndlich redet. (Vergleiche MUMBLE). "All that mumblage" entspricht in etwa "all that stuff", wenn nicht ganz klar ist, was was ist oder wie etwas funktioniert. Es k”nnte auch soviel wie "all that crap" heiáen, sobald "mumble" als Ersatz fr etwaige Obsz”nit„ten fungieren soll. MUMBLE 1. Interjektion. F„llt, wenn das Artikulieren einer korrekten Antwort zu kompliziert ist oder der Sprecher die Antwort noch nicht zu Ende gedacht hat. Leitet h„ufig eine umfangreichere Antwort ein, kann aber auch den Unwillen des Sprechers deutlich machen, sich auf eine gr”áere Dis- kussion einzulassen. Beispiel: "Don't you think that we could improve LISP performance by using a hybrid refer- ence-count transaction garbage collector, if the cache is big enough and there are some extra cache BITS for the ----------------------------------------------------------------- Copyright (C) der šbersetzung von "The Hacker's Dictionary" (PD): Gerd BANCK, Orffstr. 18, 8500 Nrnberg 70, BRD; August 1990 Das kleine Hacker-Lexikon - 78 - microcode to use?" "Well, mumble... I'll have to think about it". 2. Interjektion. F„llt manchmal, wenn man einer Sache nicht zustimmen m”chte. "I think we should buy a VAX". "Mumble!". Verbreitete Variante: Mumble frotz. (Vergleiche FROTZ) 3. Metasyntaktische Variable. Noch eine, so wie FOO. MUNCH Verb. Information auf serielle Art transformieren, was h„ufig riesige Mengen an Rechenarbeit erfordert. Eine Daten- struktur erfassen. Synonyme: CRUNCH, GROVEL. Verwendet man das Wort "munch", dann deutet man damit an, daá der Arbeitsaufwand nicht ganz so groá ist; die zwei anderen W”rter implizieren da- gegen mehr Arbeit. MUNCHING SQUARES Substantiv. Ein Hackerstckchen rund um den Bildschirm, das man mit dem PDP-11 schon in den frhen 60ern bewerkstelligt hat. Das besagte Programm benutzt eine triviale Operation (un- ter Zuhilfenahme von XOR-Anweisungen fr die X-Y Bild- schirmkoordinaten 48) und produziert damit eine beein- druckende Wiedergabe von irrlichternden Quadraten, die laufend zunehmen und schrumpfen. Zusammen mit einem rich- tig gew„hlten Parameter lassen sich umwerfende Effekte erzielen. Einige dieser Effekte, vor kurzem auf einer ____________________ 48 N„heres in den HAKMEM Items 146 - 148. ----------------------------------------------------------------- Copyright (C) der šbersetzung von "The Hacker's Dictionary" (PD): Gerd BANCK, Orffstr. 18, 8500 Nrnberg 70, BRD; August 1990 Das kleine Hacker-Lexikon - 79 - LISP Maschine ausprobiert, hat man "munching tri- angles" 49, "munching w's" und "munching mazes" 50 ge- tauft. MUNG (muhng) 1. Verb. Žnderungen an einer Datei vornehmen, h„ufig in gro- áem Maástab - die Žnderungen sind meist unwiderruflicher Art; manchmal passieren sie auch versehentlich. 2. Verb. Zerst”ren, beseitigen - meist aus Versehen, gele- gentlich auch aus Bosheit. Beachte: Das SYSTEM zerst”rt Dateien, etc. ausschlieálich aus Bosheit (das ist eine Konsequenz des Murphy Gesetzes!). 3. Substantiv. Bezeichnung fr die Bohnen, deren Keimlinge von chinesischen K”chen verwendet werden. (Ja doch, so heiáen sie: Mung Bohnen! Echt!) Angeblich handelt es sich hier um ein rekursives Initialwort: MUNG bedeute 'Mung Until No Good'. MUNGE (muhnj) Verb. Variante von MUNG. ____________________ 49 "munching triangles" = 'gefr„áige Dreiecke'. 50 "munching mazes" = 'gefr„áige Wollkn„uel'. ----------------------------------------------------------------- Copyright (C) der šbersetzung von "The Hacker's Dictionary" (PD): Gerd BANCK, Orffstr. 18, 8500 Nrnberg 70, BRD; August 1990 Das kleine Hacker-Lexikon - 80 - N (en) Substantiv. 1. Eine gr”áere, unbestimmte Zahl. "There were N bugs in that CROCK!". 2. Eine beliebig groáe (m”glicherweise unendliche) Zahl. 3. Variable, deren Wert durch den aktuellen Kontext festge- legt wird. Z. B.: Bei einer Bestellung in einem Restaurant kann sich 'N' auf die Zahl der gerade an einem Tisch Versammelten beziehen. Aus der Bemerkung "We'd like to order N wonton soups and a family dinner for N minus one" l„át sich daher erschlieáen, daá ein Angeh”riger der Tischgesellschaft nur Suppe haben m”chte, auch wenn man nicht weiá, wieviele Leute insgesamt da sind. Und noch ein nicht sehr ernst gemeintes R„tsel: "How many computers does it take to shift the bits in a regis- ter?" "N+1: N to hold all the bits still, and one to shove the register over." Siehe auch SIXTY-NINE. NTH (enth) Adjektiv. Die entsprechende Ordnungszahl zu 'N'. "Now, for the Nth and last time ..." In dem speziellen Kontext "Nth-year graduate student" steht N im allgemeinen fr wenigstens vier, meist aber fnf oder mehr (Jahre). NIGHT MODE Substantiv. Der Modus, in dem sich jemand befindet, der nachts arbei- tet und tagsber schl„ft. (Der Vorteil dieses Modus liegt darin, daá nachts mehr CYCLES auf den Computern verfgbar sind, tagsber sind sie dagegen meist berlastet.) Siehe auch PHASE und DAY MODE. NIL (nil) 51 1. Nein. Kommt vor als Reaktion auf eine Frage, vor allem eine, die nach der "-P" Konvention gestellt wird. Bei- spiel: "Foodp?" "Nil". Dieser knappe Wortwechsel bedeutet: 'Kommst Du mit? Wir gehen essen.' 'Nein, danke.' Siehe auch das Gegenstck "T". 2. Falsch. In der Programmiersprache LISP ist "nil" unter anderem das Krzel fr "false". ____________________ 51 "nil" = 'null' bzw. 'nichts' im Standard-Englischen. ----------------------------------------------------------------- Copyright (C) der šbersetzung von "The Hacker's Dictionary" (PD): Gerd BANCK, Orffstr. 18, 8500 Nrnberg 70, BRD; August 1990 Das kleine Hacker-Lexikon - 81 - NULL DEVICE Substantiv. Ein Input/Output Ger„t, das buchst„blich nichts tut. Ein Lochkartenleser liest Lochkarten, eine Terminaltastatur liest die Zeichen ein, die getippt wurden, das Auslesen des Nullger„ts ergibt aber immer nur Nullen. Ebenso ergibt das Kopieren einer Datei zum Drucker einen Text auf Papier, das Kopieren einer Datei zum Nullger„t dagegen schickt diese Daten ins Nirwana 52. Dieses 'Ger„t' hat natrlich keine physi(kali)sche Exi- stenz - es w„re sinnlos, so etwas zu bauen. Es ist daher gut, wenn man weiá, daá viele Betriebssysteme so ein Ger„t als logisches 53 bereitstellen. Druckt ein Programm normalerweise eine Menge Informationen aus, an denen sie aber nicht interessiert sind, dann k”nnen sie das Programm anweisen, diese Ausgaben an das Nullger„t zu schicken. Resultat: Jeder ist zufrieden; das Programm, weil es seine n„chste Aufgabe abarbeiten kann - Sie, weil Sie sich nicht mit berflssig bedrucktem Papier herumschlagen mssen. NXM (niks':m) Ged„chtnisausfall; "a GLITCH". Diese Wendung ist ein In- itialwort fr "NoneXistent Memory" und bezeichnet das, was passiert, wenn man auf eine Adresse des Arbeitsspeichers zugreift, fr die aktuell kein Speicher installiert ist. Ein NXM ist technisch gesehen ein Spezialfall eines ILL MEM REF, aber im Hackerjargon tauchen sie praktisch als Synonyme auf. ____________________ 52 'Nirwana' - im Original "BIT BUCKET". 53 Der Originaltext verweist hier auf den Eintrag "LOGICAL". ----------------------------------------------------------------- Copyright (C) der šbersetzung von "The Hacker's Dictionary" (PD): Gerd BANCK, Orffstr. 18, 8500 Nrnberg 70, BRD; August 1990 :: Information :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: Dieser Text hier stammt aus dem Tutorial Archiv des Login Club´s :: Visit: http://www.login-club.org | irc.euric.net 6667 #loginclub :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: ::