Das kleine Hacker-Lexikon The Hacker's Dictionary Ein Fhrer durch die Welt der Computer-Freaks Guy L. Steele Jr. Donald R. Woods Raphael A. Finkel Mark R. Crisp Richard M. Stallman Geoffrey S. Goodfellow šbersetzung und Bearbeitung: Gerd BANCK Orffstrasse 18 8500 Nrnberg 70 Federal Republic of Germany Telefon: (09 11) 61 96 15 ****************************************************************** Copyright (C) der šbersetzung von "The Hacker's Dictionary" (PD): Gerd BANCK, Orffstr. 18, 8500 Nrnberg 70, BRD; August 1990 Tel. (09 11) 61 96 15 ------------------------------------------------------------------ THE HACKER'S DICTIONARY - DAS KLEINE HACKER-LEXIKON ------------------------------------------------------------------ Die šbersetzung des Vor- und Nachworts sowie der Lexikon- eintr„ge A-Z wird hiermit (wie das US-amerikanische Original) der P U B L I C D O M A I N bergeben. ----------------------------------------------------------------- Copyright (C) der šbersetzung von "The Hacker's Dictionary" (PD): Gerd BANCK, Orffstr. 18, 8500 Nrnberg 70, BRD; August 1990 ----------------------------------------------------------------- Die Verbreitung ber BBS (Mailboxen) und die Weitergabe von Ko- pien auf Datentr„gern an Privatleute, universit„re Institutionen und ”ffentliche Bibliotheken ist gestattet und erwnscht unter der Bedingung: 1) daá die Copyright-Vermerke des šbersetzers, die die Urheber- rechte an HARDCOPY (Ausdruck) und an allen anderen Formen der Vervielf„ltigung und Verbreitung betreffen, unangetastet blei- ben. 2) daá die Info-Datei (INFO.DOC) des šbersetzers vollst„ndig und unver„ndert mit dem Gesamtpaket weitergegeben wird 3) daá die Dateien vollst„ndig und unver„ndert im GESAMTPAKET weitergegeben werden. 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Zum Paket "Das kleine Hacker-Lexikon" geh”ren: 0 INFO .DOC Informationen fr den Leser 1 HL1 .TXT Das Vorwort: Hacker-Lexikon 2 HL2A-B.TXT Die Stichw”rter: Hacker-Lex. 3 HL2C-D.TXT (Die Lexikon-Eintr„ge) 4 HL2E-F.TXT alphabetisch geordnet 5 HL2G-G.TXT " " " 6 HL2H-I.TXT " " " 7 HL2J-L.TXT " " " 8 HL2M-N.TXT " " " 9 HL2O-Q.TXT " " " 10 HL2R-S.TXT " " " 11 HL2T-Z.TXT " " " 12 HL3 .TXT Das Nachwort: Hacker-Lexikon Angaben zur Dateil„nge: HL1 . TXT 47964 30.08.90 HL2J-L .TXT 16650 30.08.90 HL2A-B. TXT 35532 30.08.90 HL2M-N .TXT 26198 30.08.90 HL2C-D. TXT 56491 30.08.90 HL2O-Q .TXT 24836 30.08.90 HL2E-F .TXT 30530 30.08.90 HL2R-S .TXT 43057 30.08.90 HL2G-G .TXT 17603 30.08.90 HL2T-Z .TXT 41000 30.08.90 HL2H-I .TXT 25888 30.08.90 HL3 .TXT 8667 30.08.90 Sollte die vorliegende šbersetzung Ihren Beifall finden und soll- ten Sie das Gefhl haben, daá derartige deutsche Public Domain zu f”rdern sei, dann k”nnen Sie das tun mit einer šberweisung von DM 5,00 oder mehr an: BANCK , Gerd / Kto.-Nr. 59 49 755 ........... / BLZ 760 400 61 ............ / (bei) Commerzbank Nrnberg / Verwendungszweck: "Pro Deutsche PD" Bei einer šberweisung von DM 25,- oder mehr erhalten Sie von mir eine 5 1/4 " Diskette, 360 KB, fr den PC, zusammen mit einem Rechtschreiblexikon englischer W”rter (20.000 Eintr„ge !), korrektur-gelesen, im ASCII-Format. (Einsetzbar als Zusatzlexikon fr diverse Textverarbei-) (tungsprogramme, z. B. WORD, PCShell Editor, TextMaker, etc.). Bitte geben Sie fr diesen Fall Ihre Adresse auf der šberweisung genau, vollst„ndig und deutlich lesbar an! Auch hier: Verwendungszweck angeben! ----------------------------------------------------------------- Copyright (C) der šbersetzung von "The Hacker's Dictionary" (PD): Gerd BANCK, Orffstr. 18, 8500 Nrnberg 70, BRD; August 1990 ------------------------------------------------------------------ Das kleine Hacker-Lexikon - ii - Was Sache ist Es gibt eine Menge W”rterbcher, die sich mit der Computer- Fachsprache befassen. Unser Lexikon ist anders. Es ist ein Le- xikon des Computer-Slangs. Die Fachsprache besteht aus Fachw”rtern, die zur pr„zisen Verst„ndigung in einem Spezial-Gebiet ben”tigt werden. ™kono- men, LKW-Fahrer, Chemiker und Stahlarbeiter, sie alle verwenden ein spezielles Vokabular, wenn es um die Mitteilung von techni- schen Sachverhalten geht. Slang dagegen wird aus Spaá an der Freud' verwendet, weniger zur Mitteilung von technischen Sachverhalten als vielmehr als Element von Mitteilung berhaupt. Slang entspringt natrlich h„ufig der Fachsprache. Slang wird die technische Fachsprache dadurch, daá sie in einem erweiterten bzw. metaphorischen Sinne verwendet wird. Eine Menge spezifischer Computer-W”rter sind inzwischen Be- standteil des allt„glichen Gebrauchs. Aufgrund der schnellen Verbreitung der Heim-Computer kennen inzwischen viele Leute Ausdrcke wie Bytes, RAM, Speicher, Terminal, Prozessor und Diskette. Definitionen dieser Fachbegriffe werden Sie hier nicht fin- den. Das hier - wir weisen extra drauf hin - soll ein vergng- liches Buch sein. Das hier sind W”rter, die aus Spaá an der Freud' von Leuten verwendet werden, die mit ihren Computern aus Spaá an der Freud' arbeiten: und diese Leute, das sind die Hak- ker. Ausdrcke aus solch schauerlichen Computer-Sprachen wie BASIC, die nicht fr die mndliche Kommunikation vorgesehen sind, werden Sie hier vergebens suchen. Unser Buch ist, wir geben es gerne zu, eine revidierte Fas- sung der bekannten "jargon file", eines Slang-Lexikons, das ge- meinsam von Hackern verschiedener Computer-Forschungseinrich- tungen in den USA erarbeitet und erweitert wird. Dazu z„hlen unter anderem Stanford University, das Massachusetts Institute of Technology (MIT), die Carnegie-Mellon University (CMU), au- áerdem Yale University, Princeton University und Worcester Po- lytechnic Institute (WPI). Einige W”rter sind ziemlich neu, an- dere sind schon seit 20 Jahren und mehr in Gebrauch. Einige kommen aus den oben genannten Forschungszentren, fr andere wurden in fremden Fachgebieten Anleihen gemacht. ----------------------------------------------------------------- Copyright (C) der šbersetzung von "The Hacker's Dictionary" (PD): Gerd BANCK, Orffstr. 18, 8500 Nrnberg 70, BRD; August 1990 Das kleine Hacker-Lexikon - iii - Wir sechs Autoren haben kontinuierlich Beitr„ge fr die "jargon file" und deren vorliegende revidierte Fassung gelie- fert. (Steele hat unsere Arbeiten koordiniert. Die Schluápoli- tur der Beitr„ge ist haupts„chlich sein Verdienst. Gelegentli- che Aussagen in der ersten Person kommen von ihm, sofern nicht anders kenntlich gemacht.) Wir m”chten uns auch bei den Hackern berall im Land bedanken, die uns mit ihren Anmerkungen gehol- fen haben. Die meisten W”rter, vor allem aber solche, die Sie nicht ohne weiteres in einem Lexikon finden werden, sind mit Aussprache-Hilfen 1 versehen worden. Auáerdem sind Querverwei- se, Beispiele und erl„uternde Anmerkungen in diese Ausgabe auf- genommen worden. Technische Details haben wir so knapp wie nur m”glich gehalten. Kriterium fr die Aufnahme eines Worts ins Lexikon war, ob das Wort amsant oder ungew”hnlich ist bzw. ob es irgendwie die Hacker-Kultur und ihre verschiedenen Aspekte beleuchtet. Wir wnschen uns, daá Sie eine Menge Spaá an dem Buch haben. ____________________ 1 Die Aussprache-Hilfen - im folgenden wie im Original wiedergegeben - sind fr Sprecher des Englischen gedacht! ----------------------------------------------------------------- Copyright (C) der šbersetzung von "The Hacker's Dictionary" (PD): Gerd BANCK, Orffstr. 18, 8500 Nrnberg 70, BRD; August 1990 Das kleine Hacker-Lexikon - iv - Guy Steele, Hacker-Beichte Ich war unter 18, Hacker und happy Ich war ungef„hr zw”lf oder so, da arrangierte die Sekret„rin eines MIT Labors eine inoffizielle Besichtigung fr mich. Mein Fhrer durchs Institut war einer der Hacker dort. Die Sekret„- rin wuáte, daá "ich mich fr Technik interessierte" (obwohl es vielleicht korrekter war, mich als 'latenten Streber' zu be- zeichnen). Ich weiá noch, wie ich zwischen Regalen, vollge- stopft mit Schaltplatinen und Dr„hten, herumstolperte. Da gab es eine Box, die unter schrillem Kreischen alle sechs Sekunden eine ganze Seite DIN A4 ausdruckte, dann Reihen blinkender Lichter: Der Computer-Raum war mit Teilen und Ger„ten vollge- stopft, alles ohne erkennbaren Zusammenhang. Auf einer Reihe grauer Schr„nke waren Troph„en und Plaketten aufgestellt: das war der PDP-6 Computer, der mit einem Programm namens MacHack immer wieder Preise bei Schachturnieren gewann - er trickste menschliche Spielpartner aus! Dieser PDP-6 war zudem vielsei- tig: 2 Lautsprecher und ein Stereo-Verst„rker waren oben auf ihm montiert. Der Hacker gab ein paar Befehle per Tastatur ein, und die Maschine fetzte mit Bachs Brandenburg Konzert los (No. 6, wenn ich mich recht erinnere). An einen Teil der Fhrung erinnere ich mich besonders deut- lich. Ich sollte mich vor einen groáen, runden Glasschirm set- zen. Ich bekam eine Box mit einigen Kn”pfen und einem Steuer- knppel obendrauf. Mein Fhrer, der Hacker-Experte, gab einen Befehl auf der Tastatur ein, und pl”tzlich, pl”tzlich erschie- nen grne und violette Raumschiffe auf dem Bildschirm! Das vio- lette beschoá sofort mit kleinen roten Punkten das grne, das sich ziemlich bald in einem schillernd-bunten Funkenregen auf- l”ste. Das grne Schiff war "meins" gewesen, und der Hacker hatte es mit der Professionalit„t eines Kampffliegers abge- schossen. Das war die farbige Version von "Krieg im Weltraum", einem der ersten Video-Spiele. Bedenken Sie, das war Jahre, bevor jedermann die Bezeich- nungen "Apple" und "TRS-80" im Munde fhrte. Damals waren Com- puter noch eine ziemlich geheimnisvolle Angelegenheit, nur den Wissenschaftlern der Konzerne und Universit„ten zug„nglich. "Krieg im Weltraum"-Spielen machte Spaá, aber ich erfuhr damals nichts bers Programmieren. Erst im November 1968 erlag ich wirklich der Riesen-Faszination des Computers. Ein Kumpel flsterte mir, daá unsere Schule (die Boston Latin School in Boston, Massachusetts) einen IBM Computer besaá, der gut abge- schlossen im Keller stand. Ich wollte ihm das zuerst nicht glauben. Ich war kurz zuvor beinahe auf einen „lteren Schler reingefallen, der mir eine Karte fr das Swimming Pool im vier- ten Stock verkaufen wollte. (Boston Latin School hat nur drei Das kleine Hacker-Lexikon - v - Stockwerke und berhaupt kein Swimming Pool!). Ich glaubte an einen neuen Streich. Deshalb lachte ich ihn einfach aus. Als er nicht aufh”rte, berprfte ich die Sache. Tats„ch- lich, in einem verschlossenen Kellerraum befand sich ein IBM 1130 Computer. Wenn Sie die technischen Details interessie- ren: 4096 Worte Speicher, pro Wort 16 Bits, ein Selectric ("Golf-Ball") Drucker mit 15 Zeichen pro Sekunde, und ein Kartenleseger„t (Modell 1442), das 300 Karten pro Minute einlas. Ja, das waren damals noch die Tage der Lochkarte. An PCs dachte noch niemand. An sich war der Computer fr die Ausbil- dung der Juniors und Seniors gedacht, aber es gelang mir, einen Mathe-Lehrer zu beschwatzen. Er lieh mir das Computer-Handbuch, und ich brachte meine gesamten Herbstferien mit der Lektre des Handbuchs zu. Ich war dem Computer verfallen. Es bestand gar kein Zweifel, ich war zum Hacker bestimmt. Glcklicherweise lieá ich die Schule nicht schleifen, wie das so viele junge Hacker machen. Aber in jedem freien Augenblick dachte ich ber den Computer nach. Ich war wie verhext. Ich wollte alles ber ihn wissen: was er konnte und nicht konnte, wie die Programme funktionierten, wie seine Schaltungen aus- sahen. Ich war andauernd - w„hrend der Freistunden, w„hrend des Mittagessens und nach der Schule - im Computerraum, wo ich Pro- gramme in die Karten stanzte und durch den Computer laufen lieá. Ich blieb nicht der einzige. Bald gab es eine kleine Ge- meinde von IBM 1130 Hackern. Wir kmmerten uns um die Wartung des Computers, auáerdem machten wir die Tutoren fr Mitschler, die unser fanatisches Interesse fr das Computerwesen nicht teilten. Was war die Belohnung fr die šbernahme solch schwer- wiegender Pflichten? Freies Schalten und Walten im Computer- Raum. Wenig sp„ter wurde ich einer der "random"-Leute 2, die sich zwar ohne offizielle Erlaubnis, aber geduldet, im MIT Knstli- che-Intelligenz-Labor aufhalten durften, etwa so wie ein Groupie zu einer Rock-Band geh”rt: er h„ngt im Hintergrund her- um, er ist nicht unbedingt ntzlich, fiebert aber bei jedem Auftritt mit und tr„gt auf jeden Fall zur Atmosph„re bei, wenn er sonst schon nichts tut. Bald fing ich an, die Computer-R„ume nach Ende der Bro-Zeit heimzusuchen, ich unterhielt mich mit den Leuten, aber ”fter noch suchte ich nach einer Gelegenheit, Programme starten zu k”nnen. Gelegentlich waren "randoms" wie ich sehr brauchbar, sie machten den System-Operator - gratis und umsonst, sie gaben den Studenten Tips, die Žrger mit dem ____________________ 2 siehe Lexikon-Teil. Das kleine Hacker-Lexikon - vi - Computer hatten. Gelegentlich waren wir allerdings ziemlich l„- stig. Einmal erhielt ich sogar Hausverbot, und zwar von niemand anderem als dem weithin bekannten Richard Greenblatt, dem gro- áen Hacker, der das MacHack Programm geschrieben hatte, mit dem der PDP-6 seine Schach-Troph„en gewonnen hatte. Er warf mich raus, weil ich ausgerechnet das Terminal in Beschlag genommen hatte, das als einziges letter-quality Ausdrucke zustande brachte. (Ich hatte den Computer dazu benutzt, einen Serien- brief - mit pers”nlicher Anrede - an diverse Computer-Herstel- ler zu verfassen. Ich bat sie darin um das Handbuch zu ihrem Ger„t.) Es geschah mir ganz recht, rausgeschmissen zu werden, und deshalb versuchte ich auch nicht, mit ihm herumzustreiten. Aber wenn man einmal dem Computer verfallen ist, dann bleibt man's auch. Und ich war keineswegs abgeschreckt: innerhalb von ein oder zwei Wochen war ich wieder da. Zu guter Letzt bekam ich einen Teilzeitjob als Programmierer im MIT "Project MAC" Computer Labor. Dort wurde ich voll- wertiges Mitglied der Hacker-Gemeinde und endlich auch MIT-Ab- solvent. Ich war nie isolierter Hacker, sondern immer einer von vie- len. Im Gegensatz zu den Geschichten, die man ber diese men- schenfeindlichen Spinner liest, die immerzu - computerschtig - vor dem Bildschirm hocken, haben Hacker auch Freunde aus Fleisch und Blut. Sehr oft sogar werden diese Freundschaften ber den Computer geschlossen und gepflegt. Eine Zeit lang hatte das MIT Knstliche-Intelligenz-Labor eine gemeinsame Telefon-Nummer, n„mlich die interne Nummer 6765, und eine Lautsprecher-Anlage fr Durchsagen. Man meldete sich mit "six-seven-six-five" oder manchmal auch mit "Fibonacci von zwanzig", da 6.765, wie Mathematiker wissen, die zwanzigste Fibonacci Zahl 3 ist. Mit Hilfe dieser Nummer und der Lautsprecher-Anlage war es ein Leichtes, jeden, aber auch wirklich jeden zu erreichen. Man konnte z. B. ohne weiteres anfragen: "Wer geht mit zum Chinesen?" und zehn oder fnfzehn Leute fr eine Expedition zusammenkriegen. ____________________ 3 Fibonacci-Zahlen: eine Zahlen-Serie, in der jede Zahl der Summe der zwei vorhergehenden Zahlen entspricht: 1, 2, 3, 5, etc. ----------------------------------------------------------------- Copyright (C) der šbersetzung von "The Hacker's Dictionary" (PD): Gerd BANCK, Orffstr. 18, 8500 Nrnberg 70, BRD; August 1990 Das kleine Hacker-Lexikon - vi a - "Dummerweise sind die meisten Leute und Terminals in andere Stockwerke umgezogen, wo die Nummer 67 65 nichts ausrichtet. Das neunte Stockwerk, das alte Herz des Labors, wird allm„hlich total mit Ger„ten vollgestellt, so daá kein Platz mehr fr die Leute bleibt, die dann eben umziehen mssen", stellt MIT Hacker Richard Stallman fest, "Ich kann also nicht einmal mehr anru- fen, um herauszufinden, ob jemand Hunger hat." Stallman kann uns aber immer noch erreichen - er muá nur den Computer dazu einspannen. Per Teilnehmerbetriebssystem (mehrere Teilnehmer benutzen einen Computer) und Netzwerk (mehrere Computer sind miteinander verbunden) erm”glicht der Computer eine neue Form menschlicher Kommunikation, effizienter als Brief und Telephon zusammengenommen. Man kann z. B. eine Nachricht per elektronischer Post losschicken und innerhalb von zwei Minuten die Antwort in H„nden halten. Oder man kann mal eben zwei Terminals miteinander verbinden und einen kleinen Schwatz halten. ----------------------------------------------------------------- Copyright (C) der šbersetzung von "The Hacker's Dictionary" (PD): Gerd BANCK, Orffstr. 18, 8500 Nrnberg 70, BRD; August 1990 Das kleine Hacker-Lexikon - vii - Das MIT hat(te) kein Monopol auf Hacker. In den 60er und 70er Jahren scharten sich die Hacker um jedes Computer-Zentrum, das die wertvolle Computer-Zeit fr "Spielereien" zur Verfgung stellte. (Einige dieser Spielereien erwiesen sich dann als „u- áerst bedeutungsvolle Arbeiten, aber Hacken geschieht vor allem aus Spaá an der Freud', es wird um seiner selbst willen betrie- ben.) Weil Universit„ten in dieser Hinsicht wesentlich flexi- bler als die groáen Firmen sind, entstanden die Hacker-Grpp- chen und ihre Hinterzimmer-Clubs zumeist in den Forschungszen- tren. Einige Hacker waren offiziell nicht existente "random" Leute wie ich, viele Hacker dagegen waren Angestellte mit Ge- halt, die nach Broschluá noch dablieben, um nach Herzenslust an ihren eigenen Projekten zu werkeln, oder ihre sonstige Ar- beit fortfhrten - schlicht aus Vergngen an der Sache. Die Hacker-Gemeinde wuchs in den frhen 70ern betr„chtlich, und sie rckte gleichzeitig auch enger zusammen, als die Regie- rung mit einigen Geldmitteln ein Projekt untersttzte, das kl„- ren sollte, ob es sinnvoll sei, Computer an einigen Dutzend Universit„ten und anderen Orten miteinander "reden" zu lassen. Das Projekt war erfolgreich und resultierte in dem allseits be- kannten ARPANET, einem Netzwerk, daá zur Zeit einige hundert Computer im ganzen Land miteinander verbindet. Mit Hilfe von ARPANET k”nnen Wissenschaftler Programme und Forschungsergeb- nisse austauschen und Post per DFš verschicken - an Individuen und an Mailboxen. Und das Sch”nste, ehemals isolierte Hacker k”nnen jetzt per Computer miteinander in Verbindung treten. Das Ergebnis war eine landesweite Hackergemeinschaft, die inzwischen ein Jahrzehnt alt ist. In mancher Hinsicht „hnelt diese Gemeinde einem Brain-Trust mit tausend verstreuten Glie- dern. Als der Rubik-Wrfel popul„r wurde, legte ein Hacker ein Mailbox-Brett fr "Wrfel-Hacker" an. (Solche Mailboxbretter werden andauernd neu ins Leben gerufen, wenn ein neues, hochin- teressantes Thema auftaucht.) Das Netzwerk summte gesch„ftig und tut es heute noch. Man bemhte komplizierte mathematische Theorien, alles nur, um die diversen R„tsel des Wrfels zu l”- sen. Was ist z. B. die kleinste Anzahl von Drehungen, die zur L”sung fhrt? Diese Frage ist immer noch offen. Aber es gibt Fortschritte, und Hacker im ganzen Land brten ber diesem Pro- blem und diskutieren es per Computer. Hacker machen natrlich mehr als nur reden, sie hacken. Meistens sind sich keine zwei Leute gleich; aber es gibt doch ----------------------------------------------------------------- Copyright (C) der šbersetzung von "The Hacker's Dictionary" (PD): Gerd BANCK, Orffstr. 18, 8500 Nrnberg 70, BRD; August 1990 Das kleine Hacker-Lexikon - viii - bestimmte Charakterzge, die fr alle Hacker typisch sind. Was einen Hacker zuallererst zu einem Hacker macht: Er arbeitet gerne mit Computern. Das Wort ZYKLUS (CYCLE), wie Hacker es an- wenden, bezieht sich auf die grundlegende Arbeitseinheit eines Computers. Je mehr Zyklen zu haben sind, desto mehr holt ein Hacker aus dem Computer raus. Der 'Heiáhunger'nach Zyklen fhrt h„ufig dazu, daá Hacker erst zum Abendessen aufstehen und nach dem Frhstck ins Bett gehen, oder vielleicht mittags den Wecker klingeln lassen und um vier Uhr frh in die Falle gehen. (Siehe im Lexikon PHASE und NIGHT MODE; dort mehr ber den Tagesablauf und die Schlaf- gewohnheiten von Hackern). Hacker passen ihren Tagesrhythmus ohne weiteres dem Rhythmus des Computers 4 an. Dessen Rhythmus wiederum richtet sich nach den allgemeinen Gesch„ftszeiten, was bedeutet, daá tagsber der gr”áere Andrang herrscht. Hacker ar- beiten deshalb bis sp„t in den Abend oder die Nacht hinein, wenn sich weniger Computer-Benutzer die Zyklen streitig machen. Schlieálich macht die Arbeit mit dem Computer mehr Spaá, wenn er innerhalb von Sekundenbruchteilen reagiert. Der gr”áte Teil dieser Hacker lebt als Single. Natrlich heiraten auch Hacker, allerdings vertr„gt sich der typische Hacker-Lebensstil nicht immer so gut mit der Verantwortung fr Frau und Familie. Frher, als ich am MIT war, habe ich ”fters einen ganzen Monat lang Nacht fr Nacht durchgearbeitet. Inzwi- schen bin ich verheiratet, und es ist ganz klar, mehr als ein oder zwei Tage Hackerei in der Woche sind nicht drin, und das auch nur bei Gelegenheit. šbrigens, unser Buch hier ist quasi eine Hackerarbeit. Das Manuskript wurde - fast zur G„nze nach Mitternacht - mit dem Computer geschrieben und formatiert. Ein echter Hacker, ein fanatischer Hacker macht selten etwas anderes als essen, schlafen und hacken. Hierbei ist das Essen die einzige gesellige Aktivit„t, weshalb ein Hacker meistens lieber mit seinen Hacker-Freunden essen geht, als daheim allein zu essen. Hacker schlafen wahrscheinlich zu den verschiedensten Tageszeiten, aber ihr Terminkalender fhrt sie so um 18:00 im Computerzentrum oder Labor zusammen, wo sie sich dann grppchenweise zu Expeditionen in die Restaurants der Nachbarschaft aufmachen. Wir wissen nicht warum, aber viele Hacker gehen besonders gern chinesisch essen. Die Eintr„ge in unserem Lexikon verwei- sen mehrmals auf die chinesische Kche von Sezuan und Hunan. Scharf gewrzte mexikanische und indische Gerichte sind bei Hackern auch sehr beliebt, aber die chinesische Kche ist und bleibt absoluter Favorit. Zur Besprechung von Essensfragen und nahegelegenen Restau- rants haben sich einige krzelartige Ausdrcke eingebrgert. Am MIT kann man z. B. folgenden Unterhaltung h”ren: ____________________ 4 Hier ist von Groá-Rechneranlagen die Rede! Das kleine Hacker-Lexikon - ix - "Foodp?"; "Smallp?"; "T."; "T!". Was soviel heiát wie: "Geh'n wir essen?" "Mmhh, vielleicht in Joyce Chens Small Eat- ing Place?" "Von mir aus." "O.k., dann geh' ich mit." Geht man an das Terminal eines Computers mit Mehrbenutzer- betriebsart (Zeitanteilsverfahren), dann muá man sich zualler- erst einmal anmelden (log in), also dem Computer sagen, wer man ist. Dazu gibt man seine 'Computer I.D.' 5 bzw. seinen 'Ein- logg-Namen' (login name) ein. Jeder Computer hat eine andere Vorstellung davon, wie so ein Einlogg-Name aussehen soll. Eini- ge fordern die Eingabe eines Codes, z. B. von Zahlen (siehe Eintrag PPN), andere wollen den Nachnamen, manche wollen die Namensinitialen. Bei vielen Computern ist der Einlogg-Name auf drei bzw. sechs Zeichen beschr„nkt, der ganze Name oder der Fa- milienname kann daher nur ausnahmsweise verwendet werden. Daher bekommt jeder einen speziellen Einlogg-Namen. Ohne ihn kann man nicht mit anderen Hackern per Computer verkehren. Ich habe eine Menge Freunde und Bekannte, von denen ich nur den Einlogg-Namen kenne. Ich habe keine Ahnung, wie sie wirklich heiáen. Mir ist es einmal passiert, daá ich auf einer Hochzeit zuf„llig einen alten Hackerfreund traf. Sein Einlogg-Name fiel mir sofort ein; peinlich war nur, ich wollte ihn mit jemandem bekannt machen, und sein wirklicher Name war mir entfallen. Er war SWAPPED OUT. Einlogg-Namen werden h„ufig zu Spitznamen - zu gesprochenen, wo es m”glich ist, buchstabiert, wo es nicht anders geht. Meine Frau und ich, wir haben uns am MIT kennengelernt. Sie nennt mich immer noch "Gliss", mein Einlogg-Name war n„mlich GLS. Mein richtiger Vorname "Guy" kommt ihr sehr komisch vor. Einige Hacker (u. a. auch Richard Stallman) lassen sich sogar lieber mit ihrem Einlogg-Namen anreden. Weil Planung und Anwendung eines Computers von diversen Wissenschaftszweigen abh„ngen, kommt ein Hacker nicht darum he- rum, sich einige Kenntnisse in Mathematik, Physik, Elektronik und anderen Fachgebieten anzueignen. Typisch fr Hacker ist, daá sie sich auáerdem fr eine Menge anderer Sachen interessie- ren: Science Fiction, Musik und Schach sind besonders popul„r. Das verbindende Motiv ist jedoch die Liebe zum Computer. Hacker diskutieren Science Fiction in Mailbox-Brettern, die nur per Computer zug„nglich sind. Ein Hacker wird wahrscheinlich viel eher ein Programm schreiben, mit dem der Computer Musik wiedergeben kann, als ein Konzert anh”ren. Ein Hacker, der es vielleicht nur zum mittelm„áigen Schachspieler gebracht hat, kann durchaus ein Programm schreiben, das bei Schachturnieren siegreich ist. Dergestalt sehen die Belohnungen fr ein entbeh- rungsreiches Leben an der Tastatur aus. Happy Hacking! ____________________ 5 ID oder I.D. (sprich 'ai die'): Die Abkrzung fr "identification, identity". Das kleine Hacker-Lexikon - x - šber den Umgang mit diesem Lexikon Ein paar hackige Anmerkungen von Raphael Finkel und Don Woods Hacker schaffen und verwenden zwangsl„ufig System- und Program- miersprachen, die nicht fr den mndlichen Gebrauch vorgesehen sind, aber ihr allt„glicher Sprachgebrauch ist ebenso ungew”hn- lich. So wie viele von uns am Computer zuerst die kuriose Spra- che faszinierte, so waren wir von den seltsamen Termini beein- druckt, die Hacker nicht nur zur Beschreibung von technischem Computerkram einsetzen, sondern auch zur Beschreibung der gro- áen weiten Welt im allgemeinen. Finkel machte sich daran, ein Lexikon all der Termini und Ausdrcke zusammenzustellen, die die Hackergemeinde als solche auszeichnen. Wir anderen haben im Laufe der Jahre auch dazu beigetragen. Was unser Jargon bedeutet ist oft aus dem Kontext erkennbar. Don Woods bemerkte einmal einer Kellnerin gegenber: "I think we're ready to go, MODULO paying the check". ('Ich glaube, wir geh'n jetzt, MODULO die Rechnung zahlen.') Und ein ander Mal bat er eine Stewardess um folgendes: "Please SNARF me a magazine". Nicht eine von beiden zuckte auch nur mit der Wim- per. Am schwierigsten sind aber diejenigen Jargonausdrcke zu erkl„ren, die weit verbreitet sind und immer wieder vorkommen, sie sind n„mlich mit einer Menge subtiler Assoziationen ver- quickt, dem Akkumulationsprodukt von Jahren. Wir haben unser Material zu einem Lexikon angeordnet. Sie k”nnen deshalb von Seite zu Seite springen und sich einzelne Definitionen ganz nach Belieben herauspicken. Beachten Sie je- doch, daá Worterkl„rungen weiter hinten auf den Worterkl„rungen weiter vorn aufbauen. Das haben wir so gewollt; wir meinen da- her auch, daá Sie mehr Vergngen an unserem Buch haben, wenn Sie sich beim Lesen an die alphabetische Reihenfolge halten. Wir m”chten auch den Leser gleich darauf hinweisen, daá nicht alle Ausdrcke, die hier zu finden sind, allgemein blich sind. Viele sind nur regional zu h”ren, einige sind inzwischen veraltet. Andere sind W”rter des allt„glichen Gebrauchs, wieder andere h”rt man nur gelegentlich. Damit Sie sich das vorstellen k”nnen, hier eine Liste unserer Lieblingsw”rter - die zugleich eine Liste der meistverwendeten W”rter sein drfte: BAR FLAME MOBY BARF FLAVOR MODULO BAZ FLUSH MUMBLE BELLS AND WHISTLES FOO PHASE ----------------------------------------------------------------- Copyright (C) der šbersetzung von "The Hacker's Dictionary" (PD): Gerd BANCK, Orffstr. 18, 8500 Nrnberg 70, BRD; August 1990 Das kleine Hacker-Lexikon - xi - BOGOSITY FOOBAR PHASE OF THE MOON BOGUS FROB RANDOM BUG HACK REAL WORLD, THE - CANONICAL KLUDGE SNARF CRUFTY LOSER VANILLA FEATURE MAGIC WIZARD Computer-Freaks haben im allgemeinen ein breites Spektrum intellektueller Interessen; das spiegelt sich in diesem Lexikon wieder. Slang und Jargon verwenden sie aus Spaá an der Freud', nichtsdestoweniger sind die meisten von ihnen kultivierte Leu- te, die sich klar ausdrcken k”nnen und es mit der Grammatik sehr genau nehmen. Glauben Sie nicht, daá Sie irgend jemand be- eindrucken, wenn Sie andauernd den hier versammelten Wortschatz im Munde fhren. Die W”rter hier sind das Salz, aber nicht die Suppe. Zum besseren Verst„ndnis der Hacker-Grammatik Der Hackerjargon 6 paát gr”átenteils zu den Strukturen des nor- malen gesprochenen Englisch. Der Hackerjargon kennt jedoch ein paar Regeln, die vom blichen Englisch abweichen, unter Hackern aber allgemein akzeptiert sind. (Diese neuen Grammatikregeln zeigen ganz deutlich, daá es Hackern Spaá macht, mit der Spra- che zu spielen. Sie wissen das durchaus, wenn sie Normen und Regeln des Englischen verletzen.) Verdopplung des Verbs Zu den Standardkonstruktionen des Englischen geh”rt es, das Verb zu verdoppeln, wenn es um einen Ausruf geht, z. B. "bang, bang!" oder "quack, quack!". Meistens geht es um Bezeichnungen fr Ger„usche. Hacker verwenden dieses Stilmittel auch, um die Aktivit„ten eines genannten Subjekts knapp, gegebenenfalls sar- kastisch, zu kommentieren. Ein derart verdoppeltes Verb wird h„ufig auch eingesetzt, um eine lebhafte Unterhaltung abzubre- chen, wobei man sich zu den aktuellen Zust„nden „uáert oder sagt, was man als n„chstes so vorhat. Zu den Verben, die h„ufig so gebraucht werden, geh”ren WIN, HACK, FLAME, BARF und CHOMP. Hier einige typische Verwendungsbeispiele: "The disk heads just crashed. Lose, lose." "Mostly he just talked about his latest crock. Flame, flame." "I think I'll go fix that bug now. Hack, hack!" Immer wieder vorkommende Verdopplungen mit feinen Bedeu- tungsschattierungen sind im Lexikon einzeln aufgefhrt. ____________________ 6 Engl. "hackerese". Das kleine Hacker-Lexikon - xii - Klangbild-imitierender Jargon Hacker bilden oft Reimw”rter oder Wortspiele - in der Art des Cockney-Reims 7 - wobei ein Wort oder eine bekannte Redewendung eine neue, exotische Gestalt erh„lt. Es gilt als besonders wit- zig (FLAVORFUL), wenn der Redensart geschickt ein vorhandenes Jargonwort einverleibt wird wie etwa im folgenden Fall. Die Hobby-Zeitschrift fr Computer, "Dr. Dobb's Journal", heiát un- ter Hackern fast ausschlieálich "Dr. Frob's Journal" 8. Žhn- liche Bezeichnungen mit ebenso groáer Verbreitung gibt es auch fr Tageszeitungen: "Horrid (oder Harried) American" statt "Boston Herald American" "Boston Glob" statt "Boston Globe" "The Crocknicle" statt "San Francisco Chronicle" "New York Slime" statt "New York Times" Weitere gebr„uchliche Ausdrcke sind: "For hysterical raisins" statt "for historical reasons" "Marginal Hacks Hall" statt "Margaret Hacks Hall" (Ge- b„ude der Stanford University) "Government property - do not duplicate" (steht auf den Schlsseln am MIT) wird blicherweise als "Government duplicity - do not propagate" 9 wiedergegeben. Die "-P" Regel Diese Regel ist ziemlich einzigartig, sie gilt nur in Hacker- kreisen. Ein Wort oder ein Satzteil wird durch Anh„ngen des Buchstabens P in eine Ja/Nein-Frage verwandelt. Der Buchstabe P wird dabei als separate Silbe gesprochen. Hierbei handelt es sich um die šbernahme einer Konvention der Programmiersprache LISP, in der der Buchstabe P am Ende eines Namens ein "Pr„di- kat" bezeichnet - i. e., eine Funktion, die "wahr" bzw. "falsch" als ihr Ergebnis ausgibt. ----------------------------------------------------------------- Copyright (C) der šbersetzung von "The Hacker's Dictionary" (PD): Gerd BANCK, Orffstr. 18, 8500 Nrnberg 70, BRD; August 1990 Das kleine Hacker-Lexikon - xii a - Die Frage "Foodp?" z. B. (gesprochen "food'pee", die Stimme wird dabei - wie bei jeder Frage - angehoben) bedeutet "Hast du jetzt Hunger?" oder "Geh'n wir essen?". Die Frage "Col- leen's-p?" dagegen ist wesentlich spezifischer: "Geh'n wir es- sen - in Colleen's China-Restaurant 10 ?". "Lose-p?" bedeutet ____________________ 7 Der Cockney-Reim: Ein gereimtes Quid pro quo. Beispiel: "Oranges (and lemons)" steht fr "(The bells of) St. Clement's" 8 Siehe Eintrag "FROB, FROBNICATE" im Lexikon. 9 Nur letzteres Wortspiel und sein Ausgangssatz sind bersetzbar und von einigem Interesse: "Regierungseigentum - nicht nachmachen" (steht auf den Schlsseln am MIT) wird zu "Regierungsbetrgereien - nicht weiterverbreiten". 10 Colleen's - beliebtes China-Restaurant in der N„he des MIT. ----------------------------------------------------------------- Copyright (C) der šbersetzung von "The Hacker's Dictionary" (PD): Gerd BANCK, Orffstr. 18, 8500 Nrnberg 70, BRD; August 1990 Das kleine Hacker-Lexikon - xiii - "Bist du am Verlieren?" oder "Ist er/sie am Verlieren?". Und so weiter. Ein Spezialfall ist die Frage "State-of-the-world-p?", was soviel bedeuten kann wie "Was ist los?" oder auch "Was machst du (jetzt gleich)?". Hier wird das -P angeh„ngt, obwohl es sich um keine Ja/Nein-Frage handelt. Folgende Antworten k”nnten kom- men: "The SYSTEM just CRASHED" oder "I'm about to GRONK OUT". Wenn der Gefragte aber in Bl”dellaune ist oder einfach stur sein will, dann k”nnte es sein, daá er die Frage unbedingt als Ja/Nein-Frage verstehen will, in dem Fall lautet seine Antwort: "Yes, the world has a state." Die -P Frage wird oft ganz spontan an neuen W”rtern und Ge- genst„nden ausprobiert. Eine der hbschesten -P Fragen ist ein GOSPERISM (eine Redewendung, die R. William Gosper gepr„gt hat). Wir waren einmal zusammen mit Gosper in einem China-Re- staurant, und er wollte wissen, ob jemand Lust h„tte, bei sei- ner Suppe fr 2 Personen mitzuessen. Seine Formulierung dafr lautete "Split-p soup?". Alle am Tisch wuáten sofort, was er meinte. (Split Pea Soup stand schlieálich nicht auf der Speise- karte!) Ausdehnung des Regelbereichs wider die Regel (Overgeneralisation) Hackern macht es Spaá, die Widersprchlichkeit englischer Gram- matikvorschriften auszunutzen und eine Regel auf F„lle auszu- dehnen, fr die sie nicht gedacht ist. Kinder machen das ganz unbewuát so, wenn sie "teached" statt "taught" oder "He goed there" statt "He went there" sagen. Hacker machen so etwas na- trlich absichtlich und mit weitaus komplizierteren W”rtern. Folgende Wortbildungen sind z. B. im Englischen blich: (Adjektiv ------> Substantiv) "generous" wird zu "generosity" "porous" zu "porosity" "curious" zu "curiosity" Analog dazu folgende unorthodoxe Bildungen: "mysterious" zu "mysteriosity" "obvious" zu "obviosity" 11 "dubious" zu "dubiosity" 12 ____________________ 11 blich: obviousness. 12 blich: dubiousness. ----------------------------------------------------------------- Copyright (C) der šbersetzung von "The Hacker's Dictionary" (PD): Gerd BANCK, Orffstr. 18, 8500 Nrnberg 70, BRD; August 1990 Das kleine Hacker-Lexikon - xiv - Sehr befremdend folgendes: "bogus" wird zu "bogosity" Und, vielleicht: "ferrous" wird zu "ferocity" 13! Weitere: winnitude, disusitude, hackitude, hackification. ____________________ 13 Wortspiel: 'eisenhaltig' zu 'Wildheit, Sch„rfe'! ----------------------------------------------------------------- Copyright (C) der šbersetzung von "The Hacker's Dictionary" (PD): Gerd BANCK, Orffstr. 18, 8500 Nrnberg 70, BRD; August 1990 Das kleine Hacker-Lexikon - xv - Bezeichnungen fr "Natur"-Laute W”rter wie "mumble", "sigh" und "groan" ("brabbelbrabbel", "seufz", "st”hn"), also Bezeichnungen fr Naturlaute, werden im Gespr„ch an Stellen verwendet, wo die Verwendung des Naturlauts selbst an sich naheliegender w„re. Zur Erkl„rung hat man darauf hingewiesen, daá sich dies aus den besonderen Gegebenheiten ei- ner Unterhaltung per Computer herleite, wo man solche Ger„usche nicht anders darstellen k”nne (siehe COM MODE); man gew”hne sich so sehr daran, "Sigh!" zu tippen, um Seufzen anzudeuten, daá man sehr bald eine entsprechende mndliche Ausdrucksweise annehme, in der die Bezeichnung das wirkliche Seufzen verdr„n- ge. Ein „hnlicher Ausdruck, den man manchmal h”ren kann, ist "complain!" (was nicht "You, complain!" bedeutet, sondern "I have a complaint!" 14). Wie man Hacker-Laute hervorbringt Viele W”rter in unserem Lexikon sind ganz gew”hnliche englische W”rter, die nur eine neue Bedeutung angenommen haben. Einige scheinen altbekannte englische W”rter zu sein, werden aber an- ders ausgesprochen. Wieder andere sind Neusch”pfungen. Um die Sache nicht zu komplizieren, haben wir Aussprache-Hilfen nur in Sonderf„llen angegeben. Bei allen anderen W”rtern gelten die normalen Aussprache-Regeln des Englischen. Wir verwenden aus demselben Grund auch keine der blichen, wissenschaftlichen Lautschriften. Solche Lautschriften wie etwa das International Phonetic Alphabet gestatten eine „uáerst pr„- zise Beschreibung der Aussprache, sind aber fr den Laien kaum verst„ndlich bzw. entzifferbar. ____________________ 14 "Complain!" - wird hier nicht als die Imperativ-Form aufgefaát, sondern als 'Ich m”chte mich beschweren!'. ----------------------------------------------------------------- Copyright (C) der šbersetzung von "The Hacker's Dictionary" (PD): Gerd BANCK, Orffstr. 18, 8500 Nrnberg 70, BRD; August 1990 Das kleine Hacker-Lexikon - xv a - Wir haben uns auf folgendes vereinfachte System geeinigt: Silbengrenzen werden durch Bindestrich angezeigt, betonte Sil- ben dagegen haben am Ende einen Apostrophen. Konsonanten werden wie im Englischen sonst auch blich ausgesprochen. Der Buch- stabe g wird immer hart gesprochen - so wie in "got" (nicht als 'dsch' wie in "giant"); ch wird immer weich (als 'tsch') ge- sprochen - so wie in "child" (nicht als 'k' wie in "chemist"). Der Buchstabe s ist immer stimmlos 15 wie in "pass", also nicht stimmhaft wie in "has"; um ganz eindeutig klarzustellen, daá das stimmlose S verlangt ist, verwenden wir manchmal in unserer Aussprachehilfe 'ss' am Ende einer Silbe. Andere Konsonanten geben wir aus demselben Grund gelegentlich doppelt wieder. Der Buchstabe z steht fr das stimmhafte S. Der Buchstabe j ent- spricht immer dem stimmhaften 'dsch' Laut, wie er z. B. zweimal in "judge" vorkommt. Vokale geben wir wie unten links gezeigt wieder. (Die „uáerste rechte Spalte gibt die Laute fr den deutschen Sprecher wieder): ____________________ 15 Stimmloses S = 'scharfes S '. ----------------------------------------------------------------- Copyright (C) der šbersetzung von "The Hacker's Dictionary" (PD): Gerd BANCK, Orffstr. 18, 8500 Nrnberg 70, BRD; August 1990 Das kleine Hacker-Lexikon - xvi - a back, that [‘] ÷ (offenes „) ay bake, rain [ei] ah cot, father [a:]  aw flaw, caught [o:] e less, men [e] ee easy, ski [i:] i trip, hit [i] ie life, sky [ai] ow out, how [au] oh flow, sew [ou] oy boy, coin [oi] uh but, some [a] u put, foot [u] oo loot, through [u:] y yet [j] yoo few [ju:] Den Doppelpunkt verwenden wir zur Kennzeichnung des unbe- tonten e-Lautes ("schwa"-Laut), der in der regul„ren Laut- schrift als e, das auf dem Kopf steht, wiedergegeben wird. Die Aussprache von "kitten" ist daher bei uns wiedergegeben als [ kit':n ] und die von "magical" als [ maj'i-k:l ]. ____________________  Der Doppelpunkt nach einem Vokal in der Klammer steht immer fr: Langer Vokal! Entsprechend ohne Doppelpunkt: Kurzer Vokal! ----------------------------------------------------------------- Copyright (C) der šbersetzung von "The Hacker's Dictionary" (PD): Gerd BANCK, Orffstr. 18, 8500 Nrnberg 70, BRD; August 1990 Das kleine Hacker-Lexikon - xvii - Gelegentlicher PDL-šberlauf In den Definitionen kommen immer wieder diverse Abkrzungen vor. Sie beziehen sich zumeist auf die Computer Hard- und Soft- ware. So ist z. B. LISP eine der beliebtesten Computersprachen der Hackergemeinde. Dazu muá man wissen, daá das Hacker-Netz- werk, das dieses Lexikon zusammentrug, auf zwei tragenden S„u- len beruht, den Forschungszentren zur Knstlichen Intelligenz (KI) in Stanford und am MIT. Und LISP war immer schon die be- vorzugte Sprache der KI-Forschung. Und LISP wurde wiederum be- vorzugt auf einem besonderen Computer, dem DEC PDP-6 der Digi- tal Equipment Corporation, und seinen Nachfolgern, dem PDP-10 und DEC-SYSTEM-20, eingesetzt. Deshalb werden ”fters Termini aus der LISP Sprache und technische Ausdrcke mit Bezug auf den PDP-10 Computer auftauchen. Wir haben aber versucht, derartige Technica auf ein Minimum zu beschr„nken. Der EMACS Texteditor, der ebenfalls erw„hnt wird, war einer der ersten "Sichtedito- ren", der weite Verbreitung finden sollte. Er gilt immer noch als Standard, an dem sich neue Textsysteme fr PCs messen las- sen mssen. ----------------------------------------------------------------- Copyright (C) der šbersetzung von "The Hacker's Dictionary" (PD): Gerd BANCK, Orffstr. 18, 8500 Nrnberg 70, BRD; August 1990 :: Information :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: Dieser Text hier stammt aus dem Tutorial Archiv des Login Club´s :: Visit: http://www.login-club.org | irc.euric.net 6667 #loginclub :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: :: ::