Netzwerksicherheit

 

 

Netzwerke sind generell beliebte Angriffziele da ein größeres Netzwerk größere und eventuell

auch interessante Daten vermuten lässt. Dabei werden verschiedene Methoden benutzt die

sich auf entsprechende Schwachstellen konzentrieren. Bestens dazu geeignet sind Netzwerke

mit Internetanbindung.

 

Eine Hauptursache für die Vielzahl an Sicherheitsproblemen im Internet ist die

prinzipielle Architektur der Kommunikationsprotokolle TCP/IP und UDP. Keines

dieser Produkte wurde ursprünglich mit dem Ziel entwickelt, wirklich sichere

Kommunikationspfade zu garantieren. Hacker nutzen dies natürlich aus.

 

Ein anderer Grund für erfolgreiche Einbruchsversuche sind mangelhafte Systemkonfigura-

tionen sowie teilweise oder ganz fehlende Sicherheitsvorkehrungen an den Internet-Zugangs-

systemen. Weiterhin bilden fehlerhafte Dienstprogramme oder die Applikationen selbst

Angriffspunkte für potentielle Angreifer.

 

Neben rein technischen Problemen liegen die Gründe für mangelhafte Sicherheitsstandards

vielfach aber auch bei der Unternehmensorganisation. Das Fehlen eines Sicherheitsbeauf-

tragten, mangelnde gezielte Weiterbildung der Systemadministratoren sowie keine oder

unzureichende interne Sicherheitsrichtlinien sind in vielen Fällen die Ursache für eklatante

Sicherheitslücken.

 

Per Snifferattacke wird z.B. mit Hilfe von Programmen, die auf Internet-Hosts

eingeschleust werden, der gesamte Datenstrom überwacht und Passwörter sowie

Systemidentifikationen abgespeichert. Mittels IP-Spoofing werden vom Angreifer die

eigenen Datenpakete mit Sendeadressen versehen, die im Adressbereich des Zielnetz-

werkes liegen. Sie erscheinen damit als von eigenen Nutzern generiert. Damit ist es

möglich, Paketfilter und Proxy-Firewalls zu überwinden, deren Authentifikations-

mechanismen auf Internetadressen basieren.

 

Eine weitere Methode ist der Remote Login per Telnet. Telnet ist ein Terminal-Programm,

das die interaktive Nutzung von Computer-Systemen über das Netzwerk hinweg ermöglicht.

Bei einem Angriff wird die Tatsache ausgenutzt, das die Kommunikation über das Netz im

Klartext erfolgt. Benutzeridentifikationen und Passworte, die so ebenfalls im Klartext

übertragen werden, können so leicht abgehört werden.

 

Man kann auch eine Reihe von Programmfehlern in den unterschiedlichen Sendmailversionen

ausnutzen, die es gestatten, auf dem Zielrechner Befehle zur Ausführung zu bringen oder

Dateien zu modifizieren oder auch zu kopieren (SendmailVersion 5). Sendmail Angriffe sind

gerade deshalb so gefährlich, weil der Mailserver in der Regel als Root-Applikation installiert

ist. Sendmailangriffe zielen daher auf das Erreichen von Root-Rechten auf den Zielrechnern.

Oft werden auch Sicherheitslücken oder Konfigurationsfehler im Network File Systems

(NFS) und im Network Information Services (NIS) ausgenutzt.

 

Verschiedene Standards und Organisationen für Netzwerksicherheit wurden in den

letzten Jahren etabliert.

 

Für eine objektive Bewertung von ITSystemen nach einheitlichen Kriterien wurde 1983 von

amerikanischen Verteidigungssystem das "OrangeBook" (TCSEC  NCSC Trusted Computer

System Evaluation Criteria) herausgegeben. Das war der erste bedeutende

Klassifikationskatalog. Der für Europa relevante Klassifikationskatalog ist das 1991

veröffentlichte Dokument "Kriterien für die Bewertung der Sicherheit von Systemen der

Informationstechnik" (ITSEC  Information Technology Security Evaluation Criteria).

 

Im Orange Book werden IT-Systeme in sieben Sicherheitsstufen eingeordnet nach den vier

Klassen A,B,C und D eingeteilt. Systeme der Klasse D besetzen den geringsten

Sicherheitsstandard, Systeme der Klasse A1 den höchsten (D < C1 < C2 < B1 < B2 < B3 <

A1). Das "OrangeBook" wurde 1987 durch das "RedBook" (TNI  Trusted Network

Interpretation) erweitert.