Der Angriff mittels IP-Fragmentierung (Ping of Death)
Marc Ruef

 

Als eine der erfolgreichsten Angriffsmöglichkeiten gegen Sniffer sind solche mit fragmentierten IP-Paketen. TCP-Filter können auch in der Regel nicht mehr sicher unterscheiden, ob die Paket ins interne Netz gelassen werden dürfen, da die Port-Information bei den meisten Paketen fehlt. Wenn die Zielstation nun auch noch unvollständige Paketfragmentfolgen auswertet - und jene auch nicht verwirft - kann eine Firewall ohne grössere Probleme umgangen werden.

Ein einfacher aber wirkungsvoller Angriff, der IP-Fragmentierung ausnutzt, ist der sogenannte "overlapping fragment attack" nach RFC 1858. Die derzeitige Internet-Protokoll Spezifikation RFC 791 beschreibt einen Reassemblierungs-Algorithmus, der neue Fragmente produziert und dabei jeden überlappenden Teil der zuvor erhaltenen Fragmente überschreibt. Wird ein solcher Algorithmus angewendet, so kann ein Angreifer eine Folge von Paketen konstruieren, in denen das erste Fragment (mit einem Offset der Länge Null) harmlose Daten beinhaltet (und dadurch von einem Paketfilter weitergeleitet werden kann). Ein beliebiges nachfolgendes Paket mit einem Offset, der größer als Null ist, könnte TCP-Header-Informationen (z.B. destination port) überlappen. Diese würden durch den Algorithmus modifiziert (überschrieben). Dieses zweite Paket wird von vielen Paketfiltern nicht gefiltert. Gegenmaßnahme hierzu ist, Paketfilter zu verwenden, die ein Minimum an Fragment Offset für Fragmente verlangen. Nur wenige neuere TCP/IP-Stacks erkennen dieses Problem und korrigieren dieses. Ältere Router lassen sich mit diesem Trick einfach durchtunneln, sie bieten keinen Schutz. Besonders aber Firewalls, die auf der Basis der Stateful Paket Filterung (SPF) arbeiten, wie z.B. RAPTOR EAGLE und FIREWALL-1 liessen sich so durchtunneln. Content-Anbieter im Internet und ISP´s, die mit diesen Firewalls NT-Server schützen wollten, wurden so Ziel der unzähligen Angreifer, die neue Exploits mal testen wollten.